2014


Tagebuch aus dem Chileprojekt 2014 (Gruppe aus La Serena / Coquimbo)

 

Montag, 20.10.2014

Heute gab es für uns einen sehr emotionalen Abschied von der Schule in Huachalalume. Die gesamte Escuela hatte für uns eine Präsentation mit Gedichten und traditionellen Tänzen der Mapuche, Aymara und Diaguita vorbereitet. Zudem wurden auch chilenische Volkstänze, wie die Cueca, aufgeführt. Alle Kinder hatten sich dazu in Trachten des jeweiligen Volksstamms gekleidet. Kleine regalos (Geschenke) wurden überreicht und gegenseitig die schöne und erfolgreiche Zeit gefeiert.

Bei der ausgelassenen Stimmung fiel allen der Abschied natürlich schwer. Doch eins ist sicher, die Freundschaft bleibt bestehen und weitere Schüler aus Jena werden bereits sehnsüchtig erwartet.

Morgen müssen wir uns dann auch von den Gastfamilien verabschieden und den Rückweg nach Santiago antreten. Am Mittwoch werden wir noch einige schöne Plätze Santiagos besuchen und einen letzten Blick vom Cerro San Cristóbal auf die Millionenmetropole werfen. Am Donnerstag geht’s ab nach Deutschland.

 

Sonntag, 19.10.2014

Den letzten freien Tag in La Serena verbrachte die Gruppe hauptsächlich in den Gastfamilien. Einige fuhren ins Valle de Elqui und andere zu den Stränden in der Nähe. Nadja war mit Mandy und Martin unter professioneller Anleitung am Strand von La Serena Wellenreiten.

 

 

Samstag, 18.10.2014

Da wir am Freitag erst in der Nacht zurückkehrten, gestalteten viele den Samstag ruhig in ihren Gastfamilien und gingen zum Oktoberfest der Schule. Bei deutscher Volksmusik und in Dirndeln gekleideten Chilenen wurde ausgelassen gemeinsam gefeiert.

Eine kurze Nacht hatten Armin, Richard, Mandy und Martin. Wir fuhren gemeinsam mit Frau Lorenzi im Morgen hinauf zum Observatorium Tololo. Nach der Registrierung für die amerikanische Forschungseinrichtung führte uns der Weg noch eine knappe Stunde auf den 2.200 Meter hohen Berg. Das Observatorium liegt genau am Zusammenschluss des Küstengebirges und den schneebedeckten Anden. Faszinierende Blicke ueber die Gipfel waren somit inklusive. Zwei Mitarbeiter des Tololo-Teams führten uns durch die gesamten Anlagen und informierten uns über die Technik der Teleskope. Da zusätzlich nur noch drei weitere Besucher an diesem Tag Zutritt hatten, konnten wir viele Fragen stellen und den Kontrollraum sowie das grosse Teleskop mit einem 4-Meter-Spiegel besichtigen. Die Ausmaße dieser Anlage sind so riesig, dass sie zur Unterbringung der Technik ein 38 Meter hohes Kuppel-Gebaeude benötigen. Armin und Martin gerieten in Versuchung die Bedienung des Teleskops und der teuersten Kamera der Welt gleich auszuprobieren. Mandy wies jedoch darauf hin, dass Ihre Haftpflichtversicherung auf 15 Mio Euro begrenzt sei und die beiden lieber nicht weiter programmieren sollten. Der Besuch von Tololo war für uns eine eindrucksvolle Erfahrung.

 

Donnerstag/Freitag, 16./17.10.2014

Auf ging’s ins Valle de Elqui. Dieses Flusstal ist trotz sieben Jahren andauernder Trockenheit die grüne und fruchtbare Oase der Region. Durch Tröpfchenbewässerung wird hier das Wasser optimal zum Anbau von Pisco- und Weintrauben, Papaya und Paltafrüchten genutzt. Wir fuhren nach El Molle, einem Ort der Diaguita und ritten von dort aus auf Pferden durch die Berge des Tals. Unter uns gab es versierte Reiter und gemütlliche Landschaftsgeniesser. Daher teilten wir die Gruppe nach einer Stunde auf. Einige galoppierten um einen Berg und andere traten den Rückweg ebenfalls mit viel Spass und Pausen an Grasbüscheln an. Nach zwei Stunden trafen wir uns an unserem späteren Übernachtungsort, dem Refugio El Molle. Anschliessend fuhren wir nach Pisco Elqui einem hochgelegenen Bergdorf. Am Abend konnten wir zunächst den Pool und danach die Sterne im Jacuzzi des Refugios geniessen.

Am Freitag stand am Vormittag Entspannung pur mit Pool und Massage auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen chilenischen Mittagessen um 15:30 Uhr verabschiedeten wir uns vom Refugio und fuhren nach Vicuña um dort das Museum von Gabriela Mistral zu besuchen. Anschliessend verkosteten wir interessant schmeckendes Bier in Diaguita. Am Abend brachte uns der Bus über eine staubige Piste hinauf in die Berge zum Observatorium von Mamalluca. Dort bekamen wir eine zweistündige Sternenführung und lernten viel über unser Universum kennen.

 

 

Mittwoch, 15.10.2014

Nachdem das Sozialprojekt in La Serena nahezu abgeschlossen ist, gönnten wie uns heute eine Tour zur Isla Damas. Zunächst fuhren wir durch die Berge des Küstengebirges hinein in die Atacamaregion. In der Halbwüste begegneten uns schnell Guanacos, eine der vier andinen Kamelarten. Sie standen gut getarnt zwischen den grossen Säulenkakteen. Eine raue Piste führte uns bis Punta de Choros. Dort stiegen wir in ein kleines Boot, was uns zu den Inseln des Naturschutzgebietes der Humboldt-Pinguine brachte. Schon bevor wir die kleinen Pinguine sahen, begleitete uns eine Schule von Delfinen. Sie sprangen aus dem Wasser, schwammen ein Stück neben uns her – ein tolles Erlebnis. Auf der Isla Damas konnten wir die Natur individuell entdecken. Die Insel wird hauptsaechlich von Komoranen, Pelikanen, Geiern und Eidechsen bevölkert. Unsere ganzen Erlebnisse waren eine spannende Abwechslung zu den arbeitsreichen Tagen im Projekt.

 

Dienstag, 14.10.2014

Der heutige Tag war für das Projekt etwas ganz Besonderes, da erstmals Schüler des Colegio Alemán mit einbezogen waren. Gemeinsam wurde ein Klassenraum nach Wunsch der Kinder von Huachalalume grün gestrichen. Zudem bauten wir fünf weitere Regale auf, die für die Bibliothek und für das Büro der Schulleitung von uns besorgt wurden. Nachdem ein Grossteil der Arbeit geschafft war, bestand die restliche Zeit aus Spiel und Spass. Für alle Schüler wurde Pizza gebacken und landestypische Torten gekauft. Zurück im Colegio ging für einige der lange chilenische Schultag mit einer Unterrichtseinheit weiter. So nahmen Armin, Richard und diesmal auch Martin an einer sehr interessanten Deutschstunde von Frau Salvo teil. Danach fuhren die Drei mit Lorenzo, einem chilenischem Schwimmtalent, zum Training. Am Abend trafen sich Mandy und Martin mit dem Direktor der Deutschen Schule, Carlos Gomez, und dem Schulvorstand um Familie Roll zum Abendessen. Dabei wurden viele neue Ideen fuer eine enge Schulpartnerschaft diskutiert.

 

Montag, 13.10.2014

Heute begann der Tag um 8 Uhr in der Schule. Wir hatten mit der 10a drei Stunden Unterricht, zwei Stunden Sprache und eine Stunde Geschichte. Die zwei Stunden Sprache kann man sich wie bei uns Deutschunterreicht vorstellen, aber auf Spanisch. Nach den drei Stunden wurden wir um 10:30 Uhr abgeholt und nach Huachalalume in die Schule gefahren. Dort haben wir weiter gearbeitet und mit den Kindern gespielt, die uns immer mit grosser Freude empfangen. Wir haben die Schulbibliothek fertig gestrichen, alle Möbel wieder an ihren Platz gestellt, aufgeräumt und bereits eines der neuen Regale aufgebaut. Auch die Betonmauer wurde von uns weiter verschönert. Mandy und Martin sind mit einer der drei Lehrerinnen in die Stadt gefahren und haben einen dringend benötigten Kopierer samt mehrerer Toner fuer die Schule gekauft. Dies war wie so oft in Chile nicht unkompliziert. Nach einem anstrengenden aber schönen Tag kamen wir wieder an die deutsche Schule zurück. Danach endete dieser Montag für jeden individuell. Ich fuhr zum Beispiel mit Ann-Marie und Nadja im Colectivo, einem typisch chilenischem Sammeltaxi, in die Stadt, wo wir unter anderem durch die Mall von La Serena gebummelt sind. Mandy und Martin besuchten derweile eine der Familien der Huachalalume-Schüler.

 

Sonntag, 12.10.2014

Das Wochenende stand zur freien Verfuegung und viele verbrachten es mit unterschiedlichen Programmen in den Gastfamilien. Einige waren gemeinsam mit Mandy und Martin unterwegs. Am Samstag holten wir die Bootsfahrt vom Freitag nach. Die Strömung war etwas geringer, nicht jedoch die Wellen. So wurden wir ganz schön durchgeschüttelt und hatten viel Spass dabei. Vorbei an einigen grossen Wracks steuerten wir auf kleine vorgelagerte Inseln voller Voegel und Seelöwen zu. Dabei gab es jede Menge Informationen vom aufgeweckten Capitano. Anschliessend schlenderten wir am Strand von Coquimbo entlang.

Am Sonntag freuten wir uns über eine Einladung von Familie Lorenzi (die Gastfamilie von Armin und Richard). Gemeinsam entdeckten wir Tongoy und Guanaqueros. Am Hafen von Tongoy forderten uns die Fischer heraus rotes glitschiges Meereszeug (Piure) zu essen. Nachdem Mandy vorgekostet hatte und ihre Hautfarbe normal blieb, trauten sich einige Mutige auch an diese Spezialität. An einem kleinen Strand badeten wir im eiskalten Pazifik mit Pinguinen. Den Rest des Tages verbrachten wir am sehr windigen aber traumhaft schönen Totoralillo-Strand.

 

Freitag, 10.10.2014

Der Hafen von Coquimbo ist etwas für alle Sinne. In der Fischhalle gibt es jede erdenkliche Form von Meeresbewohnern. Vor dem Markt im Ozean warten schon die Seelöwen auf leckere Reste. Darüber kreisen die Pelikane und Möwen. Wir waren auch gleich in einem typischen Fischrestaurant und haben uns eine üppige Portion Reineta gegönnt. Danach wollten wir eine Bootstour durch den Hafen von Coquimbo unternehmen, allerdings war die Strömung dafür zu stark. So wanderten wir gleich zum Kreuz des dritten Jahrtausends, das hoch über der Stadt thront. Dieses Betonbauwerk ragt 93 Meter in die Höhe und kann per Fahrstuhl bequem erobert werden. Von diesem Punkt aus hatten wir einen tollen Panoramablick auf die gesamte Region La Serena / Coquimbo. Nach einem erfrischenden Eis fuhren wir mit dem Micro zurück nach La Serena. Den Freitag-Abend verbrachten wir mit unterschiedlichen Festlichkeiten und diversen kulinarischen Genüssen.

 

Donnerstag, 09.10.2014

Heute waren wir zum vierten Mal in der deutschen Schule in La Serena. Wie auch die Tage zuvor waren wir von 8 bis 10:30 Uhr im Gymnasium. Danach sind wir mit dem Bus nach Huachalalume in die kleine Schule gefahren. Dort hat Mandy den Kindern die am gestrigen Tage gekauften Bälle und Reifen gegeben. Die Freude war riesig und alles wurde sofort ausgetestet. Nachdem wir kurz mit den Kindern gespielt hatten, wurde gearbeitet. In der Bibliothek wurde der zweite Anstrich beendet, die Decke weiss und die Balken gelb gestrichen. Im Oficina wurde die Arbeit in Rosa fortgeführt und weiter an der Aussenmauer gearbeitet. Am Nachmittag stand noch ein Ausflug an den Strand von La Serena auf dem Programm. Nach einer Busfahrt ins Zentrum liefen wir über die Panamericana bis zum Leuchtturm. Dort angekommen begrüsste uns Anne herzlich, die für zwei Tage in La Serena ist. Den restlichen Nachmittag chillten wir am Strand und badeten im Wasser des Pazifiks.

 

Mittwoch, 08.10.2014

Von 8 bis 10:30 Uhr hatten wir wieder mit den Chilenen Unterricht. Um 11 Uhr fuhren wir dann mit unserem Kleinbus nach Huachalalume. An der Schule angekommen hatten uns die Kinder schon sehnsüchtig erwartet und begrüssten uns voller Freude.

In der Schulbibliothek begannen wir auf der bereits gestrichenen Wand mit dem zweiten Anstrich, auf der anderen Seite mit dem ersten. Weiterhin, nach Wunsch des Lehrerkollegiums (3 Lehrer), in kiwi-grün. Ausserdem gestalteten wir die ersten Segmente der als Grundstücksbegrenzung dienenden Betonmauer. Hierzu haben wir zuvor die Schüler aller Klassen nach Gestaltungsideen und kreativen Vorschlägen befragt. So entstand unter anderem ein Panoramablick auf die Anden, der Globus mit unserem langen Reisweg von Deutschland nach Chile und die Flaggen von Chile, den Mapuche, den Aymara und Deutschland. Zudem räumten wir das Oficina aus und fingen an, in Rosa die Wände zu streichen. Nach der Arbeit kehrten wir zur Schule zurück. Den Rest des Tages verbrachten wir mit unseren Gastfamilien. So gingen einige ins Kino, schwitzten im Fitnessstudio oder trainierten in der Schwimmhalle. Frau Liebetrau war unterwegs und kaufte die ersten Sportgeräte für die Schule.

 

Dienstag, 07.10.2014

Der Tag begann für jeden von uns mit einem unterschiedlichen Frühstück. Meines zum Beispiel war sehr deutsch, es gab Cornflakes. Wir trafen uns dann alle in der Schule. Ich verbrachte 4h mit Nicolas, Ann-Marie und Anne-Marie in der Klasse 10a. Dort hatten wir zwei Stunden, dann eine Stunde Beratung und Deutsch. Deutsch unterrichtet der sehr freundliche Schulleiter Herr Gomez. Er bezog uns auch gleich mit in den Unterricht ein und gab uns auch Hausaufgaben. Um halb 11 wollten wir uns eigentlich mit Mandy und Martin treffen, wie abgemacht, aber durch lange und anstrengende Einkäufe für das Sozialprojekt hat sich unser Treffen verspätet.

Als die beiden endlich ankamen sind wir mit einem kleinen Bus nach Huachalalume, einem armen Dorf der Region Coquimbo gefahren. Die Schule (Klasse 1 bis 6) soll in unserem Projekt renoviert werden. Wir haben uns einen Eindruck von den Klassen und der Bibliothek verschafft. Diese sollen von uns in den nächsten Tagen gestrichen werden. Die Kinder haben sich alle sehr gefreut und zogen sich extra fuer uns die traditionelle Kleidung der Mapuche und Aymara an. An diesem Tag haben wir sehr viel geschafft, zwei Wände wurden grün und wir auch. So wie der Tag begann, endete er auch für jeden anders. Meine Gastfamilie hat mich an der Schule abgeholt und wir fuhren nach Hause.

 

Sonntag, 05.10.2014

Zwei Jahre, in denen wir Geld gesammelt und verdient haben, eine Reise von 27 Stunden im Flugzeug, eine zurückgelegte Strecke von 12.000km. Nun haben wir es geschafft und sind endlich in Chile angekommen. Die meisten von uns haben sich zu wenig warme Sachen eingepackt, denn erst am Nachmittag haben sich die Sonnenstrahlen durch die dicke Wolkenschicht gekämpft und auch dann weht ein kühler Wind, sodass man niemals seine Jacke ablegen kann.

Unsere ersten Tage in Santiago waren sehr lebendig und wir gewannen einen Eindruck von Chiles Hauptstadt. Ein Teil von uns wurde bereits dort gut in Gastfamilien aufgenommen, die, die später nach La Serena weiter reisen würden, wohnten im Ursulinen Kloster, zu dem auch die Santa Ursula Schule gehört. Nach einem Stadtrundgang, einem im Unterricht verbrachten Vormittag und vielen gemeinsamen Mahrlzeiten, verabschiedeten sich die Schüler, die nicht in Santiago blieben von Frau Nickel-Gemmeke und reisten mit Frau Liebetrau und Martin Schuetze per Bus nach La Serena. Nach einer sieben-stündigen Fahrt und der Sicht auf eine beeindruckende Landschaft, wurden am Sonntag auch diese Schüler herzlich in ihren Gastfamilien aufgenommen.

Wir freuen uns auf die bevorstehenden drei Wochen in Chile mit vielen neuen Erlebnissen und Erfahrungen.

¡Saludos cordiales de La Serena!!!

 

Mittwoch, 01.10.2014

Heute geht es endlich los – unser Flug nach Santiago de Chile steht unmittelbar bevor. Auf dieser Seite wird es aktuelle Informationen zu unserem Projekt geben.