Aktuelles


 

Dienstag, 16.10.2018

Heute sind einige von uns zum letzten mal in den Comedor gegangen, da in Chile dieser Tag frei ist (Tag der Lehrer). Meine Gastfamilie hat jedoch etwas anderes geplant. Um sieben klingelt mein Wecker, eine halbe Stunde später geht es ohne Frühstück mit meiner Gastschwester Paula und ihrer Mutter mit der Metro zum Busbahnhof in Santiago. Nach einem Frühstück bestehend aus einem belegten Brötchen und dem (bei Chilenen total beliebten) sehr süßen Saft steigen Paula und ich in einen Bus nach San Felipe. In den zwei Stunden Fahrt haben wir immerhin Zeit den verlorenen Schlaf nachzuholen. In San Felipe, einer kleinen Stadt umgeben von Bergen, werden wir von Paulas Großeltern abgeholt und es geht sofort mit dem Auto zu einem kleinen Hügel am Rand der Stadt. Von dort hat man einen guten Ausblick auf San Felipe und die umliegenden Berge. Bei einem Trip ins Stadtzentrum darf natürlich auch ein Eis nicht fehlen, welches ich allerdings nicht selbst bezahlen darf. Darauf legt meine Gastfamilie sehr viel Wert, als Gast habe ich anscheinend einen hohen Stellwert und soll es so angenehm wie nur möglich haben. Das ist einerseits wirklich sehr freundlich, kann andererseits auch ab und zu zu Meinungsverschiedenheiten führen. Auf dem Weg zum Haus von Paulas Großeltern wird spontan eine Freundin der beiden an der Bushaltestelle eingesammelt und vor ihrer Haustür abgesetzt. Überhaupt sind viele Chilenen sehr spontan, vor allem wenn es um die Tagesplanung geht. Das kann teilweise etwas stressig werden, doch wenn man versucht, etwas zu entspannen, dann wird die Reise dadurch nur noch interessanter.

Paulas Großeltern besitzen vier deutsche Schäferhunde. Zum Glück sehr friedlich, wie eigentlich alle Hunde, die mir bis jetzt über den Weg gelaufen sind. Denn hier und auch in Santiago gibt es zwar sehr viele Straßenhunde, diese sind jedoch weder aufdringlich noch aggressiv. Ich lerne auch Paulas Onkel kennen. Er spricht ziemlich gut Englisch, was, obwohl es ein spanischer Austausch ist, doch immer eine Erleichterung ist. Immer wieder fällt mir auf, wie herzlich hier alle sind, ich werde sofort umarmt und nach Deutschland ausgefragt. Alle wollen wissen, was mir an Chile am besten gefällt, und mit einem einfachen „todo“ (alles) geben sie sich nicht zufrieden. Besonders guten Gesprächsstoff gibt auch die deutsche Aussprache, die den meisten hier (verständlicherweise) Probleme bereitet. Nach dem Mittagessen, bei dem übrigens häufiger mal die Worte „Come, come!“ („Iss, iss!“) fallen, machen wir mit dem Auto einen kurzen Abstecher in die Anden. Diese wirken noch einmal ganz anders als unsere Alpen, gewaltiger und irgendwie geheimnisvoller. Zurück am Busbahnhof sind Paula und ich ziemlich müde. Wir verabschieden uns von ihren Großeltern und steigen in den Bus. Auf der Rückfahrt können wir einen Sonnenuntergang und dadurch rot bestrahlte Berge bewundern. Gegen 22:00 Uhr gibt es Abendbrot, um die Uhrzeit ist das gar nicht so unüblich in Chile. (Karolin)

 

Montag, 15.10.2018

Heute war der “Dia de la hispanidad”, ein Feiertag, der das vergangene Wochenende zu einem langen macht. Weil der morgige Dienstag ebenfalls ein freier Tag ist, lohnte es sichwirklich über das Wochenende weg zu fahren. Meine Gastfamilie war mit mir also schon am Samstagabend zu ihrem Strandhaus in Las Cruces aufgebrochen. Heute ist nun schon der dritte Tag, den wir hier verbringen. Wir schliefen aus und frühstückten gemeinsam. Es gab selbstgebackenes “pan del campo” also Landbrot mit Avocado und Früchte, wie zum Beispiel die typisch südamerikanische Passionsfrucht. Etwa um 11 Uhr brachen wir zum Strand auf. Gestern waren wir schon mit dem Hund am nächstgelegenen Strand spazieren gewesen, also machten wir uns heute zu eine etwas felsigerem Abschnitt auf, den wir nach einer Viertelstunde Fußweg erreichten. Wir stiegen auf den höchsten Felsen und genossen die Aussicht. Danach fuhren wir mit dem Auto in einen etwa eine halbe Stunde entfernten Ort und aßen dort Empanadas mit Käse und Meeresfrüchten zum Mittag, die mir sehr gut schmeckten. Nachdem alle ihre Empanadas verspeist hatten gingen wir am Hafen spazieren. Das Highlight waren hierbei für mich die im Wasser spielenden Seelöwen und die Pelikane auf den Felsen zwischen den Fischerbooten.

Als wir zurück kehrten ließen wir uns auf dem Sofa nieder und schauten Filme. Gegen 6 Uhr abends kamen dann Tante und Onkel meiner Gastschwester mit ihren beiden Kindern zu Besuch. Der Junge hatte Geburtstag gehabt und nach einem spanischen Geburtstagslied gab es Torte. Außerdem hatte meine Gastmutter gestern “sopaipillas” und “calzones rotos” gebacken. Beides besteht aus dem gleichen Teig. Während aber calzones rotos zu einem Knoten geformt und mit Puderzucker gegessen werden, sind sopaipilla rund und eher herzhaft. Schließlich waren alle satt und die Runde Monopoly beendet, die mein Gastbruder und das Geburtstagskind gespielt hatten und die Gäste fuhren nach Hause. Ich ging ins Bett, während der Rest der Familie noch einen Film schaute. (Else)

 

Freitag, 12.10.2018

Heute Morgen sind wir nach einem kurzen Obstfrühstück in die Santa-Úrsula-Schule gefahren. Nach den ersten drei Unterrichtsstunden (Englisch und Sport  in der Klasse, in der ich saß) trafen sich alle am Schultor, um gemeinsam mit dem Bus in die „Aldea mis amigos“ und zur „Escuela Pelvín“ zu fahren. Dort angekommen, aßen wir erstmal unseren leckeren Proviant, den unsere Gastfamilien uns vorbereitet hatten und unterhielten uns ein bisschen, bis Don Luis einen Teil von uns nach Pelvín fuhr. Heute war der letzte Tag, den alle in den sozialen Projekten verbrachten, weshalb es besonders schade war, dass wir nur wenig Zeit hatten, um uns von den Anwesenden in der Schule zu verabschieden. Don Luis musste nämlich weitere Kinder aus ihren Schulen abholen und hatte deshalb einen engen Zeitplan und dadurch war es nicht möglich, länger als zehn Minuten in der „Escuela Pelvín“ zu verbringen. Ich fand dies besonders schade, da ich bis dahin noch nicht dort war und mich gefreut hatte, wenigstens einmal mit den Kindern dort zu spielen oder ihnen eine Freude zu machen, indem wir neue Fußballnetze aufhängten, doch auch dies haben wir leider nicht mehr geschafft. Außerdem waren heute gar keine Kinder mehr in der Schule, da sie alle zeitig Unterrichtsschluss hatten. Zurück im Waisenhaus verabschiedeten wir uns auch dort von allen und fuhren wieder mit dem Bus zu unseren Gastschwestern nach Maipú

Gemeinsam mit Else und unseren Chileninnen bin ich dann ins „Museo Nacional de Historia Natural Chile“ gegangen (ein Naturkundemuseum)  in dem eine sehr schöne Ausstellung über die Flora und Fauna Chiles zu sehen ist. Danach sind wir noch ein wenig durch den angrenzenden Park spaziert und später mit der Metro nach Hause gefahren. Zum Abendessen gab es Pizza und anschließend haben wir den Abend mit spanischem Fernsehen ausklingen lassen. (Emma)

 

Donnerstag, 11.10.2018

Nach einem leckeren Frühstück mit Rührei hieß es dann für alle wieder ab in die Schule. Auch wenn jeder von uns unsere 3 Tagestour gerne noch verlängert hätte. Ich hatte Physikunterricht. In der Stunde ging es um den Prozess des Sehens. Was geschieht in unserem Auge, wenn wir etwas sehen?

Als der Unterricht vorbei war, ging es für vier von uns in den Comedor. Für die Menschen gab es Linseneintopf mit Salat und Äpfel zu essen. Als das Essen verteilt war, wurde noch Flan für Freitag vorbereitet. Für den Rest von uns hieß es um 11:00 Uhr wieder 45 min in einem holprigen Bus verbringen Richtung Peñaflor. Frau Nickel, Aenne, Clara und Frau und Herr Raab haben verschiedene Sachen für das Waisenhaus und die Schule gekauft. Es waren Stifte, Blöcke und auch  einige Spiele (wie Memories, Puzzle, Bälle). Alles wurde aufgeteilt zwischen der Escuela Pelvin und den Jungen und Mädchen im Waisenhaus. Im Waisenhaus wollten wir mit den Kindern etwas malen für ihren kleinen Bereich in einem Gemeinschaftschlafraum. Dies hat mehr oder weniger gut geklappt. Denn die Spiele wurden, nicht wirklich überraschend, natürlich vorgezogen… In der Escuela Pelvin hieß es fleißig weiter Wände streichen, denn diese mussten fertig werden. Um 15 Uhr ging es dann auch schon wieder zurück Richtung Schule mit dem Bus. Am Nachmittag habe ich nichts weiter mit meiner Chilenin unternommen, weil auch chilenische Schüler mal lernen müssen. (Shannon)

 

Dienstag, 09.10.2018

Después de la noche en las cabañas en Punta de Tralca, desayunamos a cabeza de las cabañas. A las 9:30 fuimos a la Isla Negra para visitas una de las casas de Pablo Neruda. Hicimos una guía a través de la casa. Me gustó mucho la casa. Después de la visita, fuimos de regreso de la casa al bus. Con el bus fuimos de Isla Negra a Valparaíso. Alli fuimos en las calles y hicimos una guía a través de Valparaíso. Estuvimos en el mercado de Valparaíso y en un teleférico. Después de la guía hicimos una vuelta en el puerto con un barco. En Valparaíso me gustó mucho el arte de las calles, las casas multicolores y el mar. Después de la vuelta en el barco fuimos a nuestro hostel. El hostel estuvó muy bonito y estaba cerca del puerto.

Para cenar estuvimos en un restaurante. Estuvó muy divertido. Después nosotros comimos, volvimos al hostel. Antes fuimos a la cama, hablamos sobre qué vamos hacer con el dinero para el comedor, la escuela y el orfanato, nuestros projectos sociales. Fue un buen día! (Luca)

 

Sonntag, 07.10.2018

Heute war Sonntag, dass hieß jeder konnte separat etwas mit seiner Gastfamilie unternehmen oder wenn diese beispielsweise keine Zeit hatte, gemeinsam mit Frau Nickel oder Isabel einen Ausflug machen. Meine Gastschwester Francisca und ihre beiden Schwestern mussten heute lernen, also ging ich zu den Dominicos, einem wunderschönen Handwerkermarkt, zu dem uns Isabell begleitet hat. Mitgekommen sind Marie, Else mit ihrer Chilenin, Shannon und Emma mit ihrer Chilenin. Wir sind mit der Metro in die etwas außerhalb liegende Gegend, in der sich die Dominicos befinden, gefahren. Dort angekommen teilten wir uns in Gruppen auf und schlenderten durch die verwinkelten Gassen, die eher an den Charakter eines kleinen Dorfes, als an einen Markt erinnern. Viele von uns konnten sich endlich mit passenden Souvenirs für unsere Familie und Freunde eindecken und auch für sich selbst wurde man fündig. Es gab Lapislazuli, einen für Chile typischen Edelstein, in allen erdenklichen Formen, Alpakapullover und -socken, Papageien und Chinchillas, getöpferte Masken, Fotografien Santiagos, Kunstplakate, Ukulelen, frisch gebackene Empanadas, Film- und Werbeplakate aus den 50ern und vieles mehr. Das alles wurde untermalt von einem palmengesäumten, kleinen Bach, der sich durch die Gassen an den kleinen Läden vorbeischlängelte. Nachdem wir einige Zeit dort mit Herumschlendern verbracht hatten und gemeinsam Kuchen gegessen hatten, machten wir uns auf den Heimweg nach Maipú.

Dort angekommen ging jeder wieder in seine Gastfamilie. Auf dem Nachhauseweg wurden die Anden spektakulär von dem Licht der untergehenden Sonne angeleuchtet und untermalten die Unwirklichkeit dieser gigantischen Stadt, vor diesen riesigen Bergen, den Anden. Zu Hause angekommen, aß meine Familie Fajitas und meine Gastschwester Francisca musste danach weiter für einen Geschichtstest lernen. Währenddessen malte ich zusammen mit meiner kleinen Gastschwester Dani Tiere, ließ mir deren spanische Namen beibringen und lernte dann mit ihr für den anstehenden Mathetest. (Clara)

 

Samstag, 06.10.2018

Nun ist schon über eine Woche unserer Chilefahrt vorbei und sie ist soo schnell vergangen. Aber wir haben uns schon richtig eingelebt in unseren tollen Gastfamilien, haben Freunde gefunden und uns an den Alltag und an die chilenischen Besonderheiten gewöhnt. Zudem haben wir die drei sozialen Projekte, in denen wir in unserer Zeit helfen, kennengelernt und vor allem unser Spanisch verbessert. Kurzum: Wir würden am liebsten noch viel länger hier bleiben!

Heute ist bereits Samstag und am Wochenende bietet Frau Nickel immer Tagesausflüge an, bei denen die Schüler, deren Gastfamilien keine Zeit haben, mitgehen können. Am heutigen Tag stand der Besuch von dem Haus Pablo Nerudas in Santiago und dem Kunstmuseum Bellas Artes auf der Liste. Die restlichen Schüler haben individuell etwas mit ihren Gastfamilien unternommen, wie ich auch. Meine Familie ist mit mir zum Cerro San Cristóbal gefahren, das ist ein großer Berg im Zentrum Santiagos mit einer weißen Maria-Statue, von dem aus man eine phänomenale Sicht auf die Großstadt haben soll. Ich glaube viele Familien haben das auch schon letztes Wochenende gemacht. Um auf den Berg zu gelangen, mussten wir mit einer alten Standseilbahn, ein so genanntes „Funicular“, hochfahren. Unser erster Halt war dann der Zoológico Nacional am Berghang mit Blick auf Santiago. Und obwohl er ziemlich klein und süß war, gab es erstaunlich viele Tiere zu sehen. Nach dem Besuch im Zoo sind wir mit einer Gondel weitergefahren, um eine bessere Aussicht zu genießen. Allerdings hat man da gemerkt, wie verschmutzt Santiago ist, man konnte vor lauter Smok nämlich nicht mal die Anden richtig erkennen. Und die sieht man eigentlich immer und überall. Später haben wir dann superleckere Empanadas (Teigtaschen) mit Käse und Champignons gegessen, uns die Maria-Statur angeschaut und sind durch die Souvenierstände  gebummelt. Natürlich haben wir auch, so fotoverrückt wie die Chilenen sind, tausende Bilder gemacht. Nachdem wir wieder mit der Standseilbahn runtergefahren sind, besuchten wir noch das Haus von Pablo Neruda „La Chascona“, das nur ein paar Straßen weiter lag. Auf dem Weg dahin sind wir auch an einigen schönen Graffiti vorbeigekommen, die typisch für dieses Viertel namens Bellavista sind. In dem Haus wurde man dann mithilfe von Audioguides, die es sogar auf deutsch gab, herumgeführt. Somit habe ich nun eins von drei wunderschönen Häusern, die wir in Isla Negra und Valparaíso bei der Drei-Tagesreise besuchen, gesehen. Der Tag wurde schließlich mit einer Einladung in ein, wie meine Gastfamilie es nennt, „Picada“-Restaurant, abgerundet. Dabei werden durch das Wort „picada“ die drei b‘s vereint: bueno, bonito und barato (gut, schön und günstig). In dem Restaurant gab es also viel Fastfood zur Auswahl, wie Completos (so ähnlich wie Hotdog, nur mit Guacamole, Tomate und Majo), Pizza oder Sandwiches. Das „Sandwich“ was ich hatte, war übrigens eher ein Burger ohne Fleisch mit Palta (Avocado). Abschließend betrachtet fand ich den Tag sehr schön und ereignisreich und  freue mich auf viele weitere hier in Chile. (Marie)

 

Freitag, 05.10.2018

Wenn man an diesem Tag, dem 5.10. die Schule betrat, ist man in Deutschland. Der Eingang und alle Säulen waren in schwarz-rot-goldenen Farben. Eine Ausstellung von deutschen Erfindungen in einem Pavillon auf dem Schulhof war zu entdecken. Eine Zeittafel über die Wiedervereinung Deutschlands leitete uns zu der Turnhalle. Wimpelketten und Papierblumen in den Farben Deutschlands schmückten die Turnhalle. An diesem Tag feierte die Santa Ursula Schule die Wiedervereinung der DDR und der BRD. In der 3. Unterrichtsstunde präsentierten jeweils zwei von uns pro Klasse den Schülerinnen Deutschland und erzählten über unsere Heimat und deren Traditionen. Paula und ich waren im Prekindergarten, bei den 4-5 Jährigen. Wir wurden von den Kleinen herzlich mit einem süßen Willkommenslied empfangen, es wurde spannend gelauscht und sie dankten uns mit einem kleinen Geschenk, einem Heft, von den Schülern selbstgestaltet und machten anschließend ein Gruppenfoto mit uns. Danach begann die Feier in der Turnhalle mit der chilenischen- und deutschen Nationalhymne. Viele Klassen führten etwas auf, von einem Theaterstück der Wiedervereinigung, aufgeführt von der 11. Klasse, bis hin zu Kinderliedern von den kleinsten Schülerinnen. Jede kreative Vorstellung war in deutscher Sprache und es hat uns sehr beeindruckt. Am niedlichsten waren die 4-5 Jährigen Schülerinnen, die mit vollem Enthusiasmus getanzt und gesungen haben, so dass jeder in der Turnhalle mitgemacht hat. Die Schulleiterin überreichte Frau Nickel-Gemmeke ein sehr leckeres Willkommensgeschenk für uns Gastschüler aus Deutschland. Anschließend gab es Berliner als deutsche Speise zu essen und die Chileninnen spielten mit einigen von uns lachend Volleyball auf dem Schulhof. Wir waren sehr beeindruckt von dieser Feier und es hat uns überrascht, wie groß diese Schule den Tag der Deutschen Einheit (nachträglich) feiert.

Dieser Freitag endete 14 Uhr und den restlichen Tag verbrachten wir mit unseren Gastschwestern und den Familien. Paula und ich genossen mit unseren Schwestern Maite und Fernanda den Nachmittag in einer modernen Mall mit lustigem Shopping und sehr leckeren Completos, das sind Hotdogs mit Avocado, Tomate und Mayo statt Sauren Gurken und Röstzwiebeln wie in Deutschland. Am Abend machten Fernanda und ich uns gemeinsam für die Geburtstagsfeier (el carrete) von Isidora, der Gastschwester von Luca, fertig, zu der wir alle eingeladen waren. Dort hatten wir sehr viel Spaß und man fühlt sich immer bei allen Chileninnen willkommen. Es gab leckeres Fingerdood, wir redetet und tanzten viel und lernten einander noch besser kennen. Dieser Tag zeigte uns wieder mehr von der chilenischen Kultur und auch die Existenz Deutschlands in einem anderen, sehr weit entfernten Land. (Lydia)

 

Donnerstag, 04.10.2018

Zunächst begann unser Tag wie immer mit drei Stunden Schule, ich besuchte erst den Spanisch-Unterricht und dann den Mathematik-Unterricht der 9. Klasse. Danach trafen wir uns und ich fuhr mit der Gruppe und Isabel mit einem kleinen Bus zu Aldea Mis Amigos, Isabel fuhr dort angekommen, nach einer kleinen Pause, mit einem Teil der Gruppe weiter in die Escuela und wir verblieben im Waisenhaus. Zunächst spielten wir dort wie üblich mit den Kindern, welche sich immer unglaublich darüber freuen, wenn wir sie besuchen. Irgendwann gab und Don Luis eine Schachtel voller Kreide und wir durften mit den Kindern malen. Diese freuten sich sehr darüber, wir malten Tiere und ließen sie erraten, welche es waren, wir malten Hüpfkästchen, in welchen wir herumsprangen, oder einfach schöne Bilder. Irgendwann kam dann die Gruppe aus der Schule wieder und wir fuhren wieder gemeinsam zurück und warteten noch ein paar Minuten auf unsere Gastschwestern.

Sophie und ich gingen dann nachmittags noch mit unseren Gastschwestern die erhofften Completos essen und abends sahen wir uns im Kino auf Spanisch „La Monja“ (The Nun) an, das ist ein Horrorfilm. So ließen wir unseren anstrengenden, aber sehr schönen Tag ausklingen. (Juliane)

 

Mittwoch, 03.10.2018

Am Mittwoch waren wir morgens erst wieder in der Schule und hatten erst Mathe und haben dann den Chilenin beim anfertigen eines Zeitstrahls geholfen. Ich war wieder in der Aldea Mis Amigos » und bin dorthin mit einer kleinen Gruppe alleine Bus gefahren. In der Aldea hatten wir zuerst Mittagspause, weil die Kinder auch noch gegessen haben. Als sie fertig waren, haben wir mit ihnen gespielt, was echt anstrengend war, und überlegt, was die Aldea neues bräuchte.

Zurück an der Schule war ich mit Frieda und ihrer Gastschwester erst Geld tauschen und dann in einem verrückten Süßigkeitenladen, der riesig war und in dem es von allem mega große Packungen gab. Danach haben wir die Chilenen, die noch in der Schule etwas geübt haben, abgeholt und sind in die ,,Mall Plaza oeste“ gefahren, um dort zu essen. Vor Ort gab es leider nicht die erhofften Completos, sondern Pizza, die aber auch echt lecker war. Anschließend haben wir noch ein bisschen in der Mall entspannt und dann war auch schon Zeit zum Heimgehen. (Tabea)

 

Samstag, 29.09.2018

Nach einem leckeren Frühstück bin ich mit meinen Gastschwestern in eine Schule gefahren, um dort die anderen Pfadfinder zu treffen. Zusammen sind wir dann mit der Metro in das „museo interactivo mirador“ gefahren. Das bedeutet soviel wie „Aussichtspunkt Interaktives Museum“. In diesem war es möglich, verschiedene Naturkatastrophen mitzuerleben. Zum Beispiel wurde in einem kleinem Haus ein Erdbeben mit einer Stärke von 8,5 simuliert, außerdem konnten die Besucher selbst einen kleinen Tsunami erzeugen. In einer weiteren Halle haben wir mit den unterschiedlichsten Tönen experimentiert und große Seifenblasen hergestellt. Unsere Sinne wurden nicht nur durch einen Tischkicker den man in die andere Richtung drehen musste, auf die Probe gestellt, sondern auch durch ein Memory mit Tönen.

Nachdem wir alle unsere Lunchpakete gegessen hatten, sind wir mit der Metro anderthalb Stunden zurück nach Hause gefahren. Nachmittags war ich mit meiner Gastfamilie in einem Supermarkt, der im Moment deutsche Woche hat. Dort haben wir viel gekauft. Zu Hause haben wir noch „once“ gegessen, das ein verspätetes Abendbrot ist. Abends wurde noch eine Willkommensparty für uns veranstaltet, bei der wir alle Gastschwestern kennenlernen konnten. Am Ende des Tages bin ich sehr müde und mit vielen schönen Eindrücken schlafen gegangen. (Sophie)

 

Freitag, 28.09.2018

Nachdem wir ca. um 10 Uhr nach chilenischer Ortszeit am Flughafen in Santiago angekommen sind und alle unsere Koffer geholt haben, hat uns eine chilenische Deutschlehrerin Frau Loreto Yañez (Paulas Gastmama) am Flughafen empfangen. Sie hat jeden einzelnen mit einem Küsschen begrüßt und bei dieser, für uns untypischen Begrüßung, haben alle nun realisiert, dass wir endlich in Südamerika angekommen sind. Die Aufregung auf die Gastfamilie stieg langsam immer mehr. Als der Bus dann endlich am Colegio Santa Ursula angekommen ist, standen unsere Austauschschülerinnen schon davor und jede hatte ein Buchstaben auf ihren Rücken kleben. Zusammengesetzt konnten wir „Willkommen“ lesen. Diese Geste war sehr süß und schenkte jedem von uns ein Lächeln auf den Lippen. Als ich dann zum ersten Mal auf meine Gastschwester Tamara traf, war die Stimmung noch sehr angespannt. Sie fragte mich, wie die Reise war und ob ich müde bin. Aber nach diesen drei Sätzen wusste ich erstmal nicht, über was man sich noch unterhalten könnte. Ihr Papa Raúl holte uns dann ab und ich musste mich endgültig von den anderen verabschieden. Am Haus angekommen, fiel mir sofort das große Plakat an der Haustür auf, auf diesem stand: „Willkommen Lilly!“. Im Haus waren noch drei weitere von diesen Plakaten verteilt und ich war total überwältigt von diesem Empfang. Bei ihr zuhause warteten schon die Großeltern und der Bruder auf mich, die ich natürlich alle sofort kennenlernen sollte. Nach dem Mittagessen fuhren wir gleich weiter zum Geburtstag ihres Cousin. Eigentlich wollte ich nur schlafen, aber ich glaube, dass meine Familie nicht ganz realisiert hat, dass wir über 28 Stunden unterwegs waren. Bei der Tante zuhause traf ich direkt am ersten Tag auf die ganze Familie. Ich wurde viel über Deutschland und mein Leben ausgefragt und konnte das über vier Stockwerk große Haus der Tante besichtigen. Ich wurde mit dem leckersten Essen zugestopft und von allen wegen meines blonden Haares bewundert. Am Anfang fühlte ich mich zwar etwas unwohl bei dieser Familienfeier, aber nach und nach lockerte sich die Stimmung und der Abend wurde immer lustiger. Um 1 Uhr fuhren wir dann endlich wieder zu Tamara nach Hause und ich konnte meine Augen keine Sekunde im Auto länger offen halten…Das waren wirklich zu viele Eindrücke und Personen an dem ersten Tag für mich. Aber „la familia“ wird in Chile wohl sehr groß geschrieben. (Lilly)

 

Donnerstag, 27.09.2018 – Jetzt gehts los…

Mit 22 Schüler/-innen, Isabel, Frau Nickel-Gemmeke und meinem Mann startet die Reise nach Santiago. 5:40 Uhr aufstehen, Verabschiedung von unserer Familie, Sachen fertig packen, Koffer wiegen, nochmal zu Hause aufräumen und dann ab zum CGJ. Ein Foto auf dem Schulhof und schon sitzen alle im Bus. Haben Kontakt mit ihren Gastschwestern und tauschen sich aus zu Aktivitäten am Wochenende. Auf dem Weg nach Berlin letzte Absprachen zu den Besichtigungen am Wochenende und den Einsatz in den Projekten. Die Entscheidung, wo man am liebsten arbeiten möchte, ist schwer. Verständlich, da auch ich gern alle Projekte kennenlernen möchte.

In Tegel angekommen auf zum Schalter A11 der KLM und nach etwas Wartezeit steigen wir in eine himmelblaue Maschine ein. Voll besetzt geht der Flieger nach Amsterdam. Ein wundervoller Blick über das Marschland begleitet die Landung auf dem modernen Flughafen. Und nach erneuter Passkontrolle sind wir schon am Gate für den Weiterflug nach Santiago mit Zwischenstopp in Buenos Aires. 14 Stunden mit Unterhaltungsprogramm, schlafen, Essen und etwas Gymnastik, wieder raus aus dem Flieger und warten im Transitbereich. Und dann endlich 7:55 Uhr Ortszeit Start die letzte Etappe der Anreise: Flug nach Santiago. Beim Landeanflug noch ein herrlicher Blick auf die Anden, dann ab in den roten Bus und Begrüßung im Colegio Santa Ursula. Nach einem kurzen gemeinsamen Kaffeetrinken mit einigen Lehrerinnen hat uns Angelika in die Gastfamilie abgeholt. Bei einem gemeinsamen Mittagessen stellte sich schnell heraus, dass die Flüchtlingsprobleme gerade ähnlich sind, wie zu Hause. (Susanne Raab)

 

Mittwoch, 26.09.2018 – Das Chileprojekt 2018 startet nach Santiago de Chile

Unter der Leitung von Anne Nickel-Gemmeke reisen vom 27. September bis zum 19. Oktober 22 Schüler nach Lateinamerika. Sie werden die Zeit in der Hauptstadt Chiles und deren Umgebung verbringen. Wie auch in La Serena gehen sie in eine Deutsch/Chilenische Partnerschule im Stadteil Maipú und helfen am Nachmittag in sozialen Projekten. Unsere Direktorin Susanne Raab begleitet mit ihrem Mann dieses Mal die Reise und wird auch unsere Partner in La Serena / Coquimbo besuchen. (Mandy)

 

Dienstag, 19.06.2018 – Verköstigung in den Rosensälen

Nichts Geringeres als der „Wahrheitsbegriff in den Religionen“ beschäftigte den Ökumenischen Hochschulbeirat und seine Gästen am Montagabend in den Rosensälen. Prof. Dr. Horst Junginger von der Universität Leipzig verwies in seinem Vortrag auf verschiedene Zugänge zu diesem brisanten Thema und in der anschließenden Diskussion mit dem Referenten, dem ehemaligen Universitätsrektor Klaus Dicke und dem Publikum zeigte sich das Spannungsfeld zwischen Emotionalität und wissenschaftlichem Diskurs. Die anregenden Gespräche führten die Gäste am vielfältigen Fingerfood-Buffet des Chileprojektes noch bis in den späten Abend weiter. Mittlerweile ist die Verköstigung durch das Projekt und somit die Unterstützung unserer Projekte in La Serena/Coquimbo schon eine Tradition bei den Veranstaltungen des Ökumenischen Hochschulbeirates. (Mandy)

 

Montag, 12.02.2018 – Ski-Team Chile

Inspiriert von Dahlmeier, Peiffer und Doll stellten sich vier mutige Chilenos heute in Oberhof auf die Skating-Ski. Als erste Herausforderung wartete der Anstieg zur Trainingsebene an der Schießhalle. Dort war ein Skikurs mit Martin geplant. Doch wie sollte das funktionieren? Bergauf mit den schmalen Ski – die ein oder andere Schnee-Roulade blieb nicht aus. Aber alle amüsierten sich und während gerade noch Haltungsnoten verteilt wurden, lag der nächste lachend im Schnee. Oben angekommen drehte der Winter nochmal richtig auf. Ein heftiger aber kurzer Schneesturm setzte ein. Zwischen dichten Flocken trainierten die vier die Skating Technik. Nachdem theoretisch alles klar war und praktisch zumindest eine Idee bei allen existierte, ging es gemeinsam auf die erste Runde am Grenzadler. Anstiege und Abfahrten wurden teilweise kopfüber gemeistert, ein kaltes aber großes Vergnügen. Das müsse er unbedingt in Chile probieren, meinte Thomas. Die Frage nach dem „Wo“, blieb jedoch unbeantwortet. In der Abendsonne machte sich schnell Erschöpfung breit und allen war klar, für die erste chilenische Langlauf Olympia-Mannschaft brauchen sie noch viele Trainingseinheiten. (Mandy)

 

Sonntag, 10.12.2017 – Wie in Alaska

Bei der Frage, wer denn die Schneeballschlacht zwischen chilenos y alemanes gewonnen hat, existieren unterschiedliche Versionen. Aber eines ist klar – es war im wahrsten Sinne des Wortes eine coole Sache in den Schneemassen vor der Thüringer Hütte. Unsere Winterexkursion führte uns mit einem Bus voller Chilenen, eingepackt wie die Inuit, und begleitet von drei Gastfamilien in das Herz des Thüringer Waldes – Oberhof. Als wir den Tunnel der Thüringer Wald Autobahn verließen, befanden wir uns im tiefsten Winter und es kam noch besser. Um halb zwei zeigte die Natur ihre geballte Kraft mit einem Schneesturm der bis 18 Uhr anhalten sollte. Die -8 Grad fühlten sich in den Sturmböen an wie -15 Grad. Der Schnee peitschte in unsere Gesichter, die Sichtweiten schrumpften auf ein Minimum. Wir sahen aus wie die Schneemänner mit unseren rotgefrorenen Nasen. Winter pur und wir stützten uns mitten hinein: Snow Tubing, Winterwanderung nach Oberhof und eine ausgiebige Schneeballschlacht. Nach der eisigen bergab Fahrt mit dem Reifen, wischte sich Tomás die Flocken aus dem Gesicht, lachte und stellte fest: „Ich habe mal eine Dokumentation im Fernsehen über Alaska gesehen. Das hier ist wie Alaska!“. Um nicht ganz als Frostbeule zu enden, tranken wir warmen Tee und gönnten uns Thüringer Spezialitäten in derThüringer Hütte. Nach der ganzen Aktivität schmeckte die erste Bratwurst im Leben wohl besonders gut – die leeren Teller sprachen jedenfalls für interkulturellen Genuss. Nach erneuten Schnee-Bädern und unzähligen Schnee-Engeln fuhren wir langsam durch die Winterlandschaft wieder nach Hause, vorbei an „kalten Zuckerguss-Bäumen“. Für viele war es das erste Schnee-Erlebnis, wie schön, dass uns die Natur dies ermöglichte. (Mandy)

 

Samstag, 09.12.2017 – Willkommen in Jena

LATAM 704 – Santiago de Chile-Madrid-Frankfurt. Die Maschine unserer chilenischen Gäste landet pünktlich um 17.40 am Flughafen Frankfurt, doch es dauert noch eine Stunde bis endlich nach vielen Passgieren aus aller Welt 10 amigos durch die Glastür kommen. Bepackt mit großen Rucksäcken und Koffern und müde von der langen Reise, suchen sie nach bekannten Menschen – und ja, da stehen zwei mit den Pullovern ihrer Schule aus La Serena. Das Wiedersehen ist geprägt von Erleichterung, nun nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Martin und ich nehmen unsere Gäste in Empfang und versorgen sie erstmal mit etwas zu Trinken und einem bocadillo, schließlich macht Reisen hungrig. Mit dem Mietbus und einem Transporter für das umfangreiche Gepäck nehmen wir die letzte Etappe bis Jena in Angriff. Unterwegs wurde schon viel gelacht, Spanisch und Deutsch – gern auch durcheinander – gesprochen und Pläne für die kommenden 3 Monate geschmiedet. Für den nächsten Tag ist zum Beispiel gleich eine Winter Exkursion nach Oberhof geplant. Um 22:20 bogen wir in die Altenburger Straße zum CGJ. Das Begrüßungskomitee aus Gastfamilien und neuen Freunden des diesjährigen Chileprojektes waren bereits sehr gespannt und als unsere Gastschüler aus dem Bus stiegen, folgten Minuten voller Umarmungen und besitos. Es ging ja schließlich auch ein bisschen um unsere Ehre, denn die chilenischen Begrüßungen sind ein schwer zu toppendes Vorbild 😉 (Mandy)

 

Montag, 23.10.2017 – Alltag wider Willen

Der Wecker klingelt. Es ist halb zwei Uhr nachts und wir müssen Aufstehen um zur Schule zu gehen. Das ist jedenfalls unsere Realität, denn die innere Uhr tickt noch chilenisch. Wir geben notgedrungen dem beharrlichen Klingeln nach und gehen in die Schule. Da uns allen trotzdem das Vertraute heute so fern erscheint, greifen wir zu emotionalen Hilfsmitteln: das Chile Armband, der Pullover aus dem Colegio Alemán oder aus kuscheliger Alpaca Wolle, Ohrringe und Schals. All dass soll uns wie eine Rückversicherung sein, noch nicht so schnell wieder in den Alltag hineingesogen zu werden. Und ein heute oft wiederholter Satz: Für heute okay – aber morgen fliegen wir dann wieder. (Chileprojekt 2017)

 

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