2017


Tagebuch aus dem Chileprojekt 2017

 

Sonntag, 10.12.2017 – Wie in Alaska

Bei der Frage, wer denn die Schneeballschlacht zwischen chilenos y alemanes gewonnen hat, existieren unterschiedliche Versionen. Aber eines ist klar – es war im wahrsten Sinne des Wortes eine coole Sache in den Schneemassen vor der Thüringer Hütte. Unsere Winterexkursion führte uns mit einem Bus voller Chilenen, eingepackt wie die Inuit, und begleitet von drei Gastfamilien in das Herz des Thüringer Waldes – Oberhof. Als wir den Tunnel der Thüringer Wald Autobahn verließen, befanden wir uns im tiefsten Winter und es kam noch besser. Um halb zwei zeigte die Natur ihre geballte Kraft mit einem Schneesturm der bis 18 Uhr anhalten sollte. Die -8 Grad fühlten sich in den Sturmböen an wie -15 Grad. Der Schnee peitschte in unsere Gesichter, die Sichtweiten schrumpften auf ein Minimum. Wir sahen aus wie die Schneemänner mit unseren rotgefrorenen Nasen. Winter pur und wir stützten uns mitten hinein: Snow Tubing, Winterwanderung nach Oberhof und eine ausgiebige Schneeballschlacht. Nach der eisigen bergab Fahrt mit dem Reifen, wischte sich Tomás die Flocken aus dem Gesicht, lachte und stellte fest: „Ich habe mal eine Dokumentation im Fernsehen über Alaska gesehen. Das hier ist wie Alaska!“. Um nicht ganz als Frostbeule zu enden, tranken wir warmen Tee und gönnten uns Thüringer Spezialitäten in der Thüringer Hütte. Nach der ganzen Aktivität schmeckte die erste Bratwurst im Leben wohl besonders gut – die leeren Teller sprachen jedenfalls für interkulturellen Genuss. Nach erneuten Schnee-Bädern und unzähligen Schnee-Engeln fuhren wir langsam durch die Winterlandschaft wieder nach Hause, vorbei an „kalten Zuckerguss-Bäumen“. Für viele war es das erste Schnee-Erlebnis, wie schön, dass uns die Natur dies ermöglichte. (Mandy)

 

Samstag, 09.12.2017 – Willkommen in Jena

LATAM 704 – Santiago de Chile-Madrid-Frankfurt. Die Maschine unserer chilenischen Gäste landet pünktlich um 17.40 am Flughafen Frankfurt, doch es dauert noch eine Stunde bis endlich nach vielen Passgieren aus aller Welt 10 amigos durch die Glastür kommen. Bepackt mit großen Rucksäcken und Koffern und müde von der langen Reise, suchen sie nach bekannten Menschen – und ja, da stehen zwei mit den Pullovern ihrer Schule aus La Serena. Das Wiedersehen ist geprägt von Erleichterung, nun nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Martin und ich nehmen unsere Gäste in Empfang und versorgen sie erstmal mit etwas zu Trinken und einem bocadillo, schließlich macht Reisen hungrig. Mit dem Mietbus und einem Transporter für das umfangreiche Gepäck nehmen wir die letzte Etappe bis Jena in Angriff. Unterwegs wurde schon viel gelacht, Spanisch und Deutsch – gern auch durcheinander – gesprochen und Pläne für die kommenden 3 Monate geschmiedet. Für den nächsten Tag ist zum Beispiel gleich eine Winter Exkursion nach Oberhof geplant. Um 22:20 bogen wir in die Altenburger Straße zum CGJ. Das Begrüßungskomitee aus Gastfamilien und neuen Freunden des diesjährigen Chileprojektes waren bereits sehr gespannt und als unsere Gastschüler aus dem Bus stiegen, folgten Minuten voller Umarmungen und besitos. Es ging ja schließlich auch ein bisschen um unsere Ehre, denn die chilenischen Begrüßungen sind ein schwer zu toppendes Vorbild. (Mandy)

 

Montag, 23.10.2017 – Alltag wider Willen

Der Wecker klingelt. Es ist halb zwei Uhr nachts und wir müssen Aufstehen um zur Schule zu gehen. Das ist jedenfalls unsere Realität, denn die innere Uhr tickt noch chilenisch. Wir geben notgedrungen dem beharrlichen Klingeln nach und gehen in die Schule. Da uns allen trotzdem das Vertraute heute so fern erscheint, greifen wir zu emotionalen Hilfsmitteln: das Chile Armband, der Pullover aus dem Colegio Alemán oder aus kuscheliger Alpaca Wolle, Ohrringe und Schals. All dass soll uns wie eine Rückversicherung sein, noch nicht so schnell wieder in den Alltag hineingesogen zu werden. Und ein heute oft wiederholter Satz: Für heute okay – aber morgen fliegen wir dann wieder. (Chileprojekt 2017)

 

Samstag, 21.10.2017 – Das große Wiedersehen

Während der Exkursion zur Isla Damas hatten wir eigentlich den Entschluss gefasst, gemeinsam die PDI (das Visum für Chile, welches man immer und überall bei jeder Kontrolle vorweisen muss) im Pazifik zu versenken. Der kalte Humboldtstrom hätte die Dokumente schnell davongetragen und wir unsere Zeit in Chile verlängert. Aber dann fielen uns die lieben Menschen ein, die auf der anderen Seite der Welt auf uns warteten. So verwarfen wir unser nicht ganz legales Vorhaben, blieben brave Staatsbürger und genossen die verbleibende Zeit. Dass diese Entscheidung richtig war und wir nicht nur vermissten, sondern auch vermisst wurden, zeigte der gestrige Empfang. Die Angehörigen waren in großer Zahl als Begrüßungskomitee vor dem CGJ erschienen. Alle waren gespannt die Geschichten zu hören, es wurde umarmt und viele besitos verteilt. Wir, Martin und ich, möchten uns hiermit auch für das liebevoll ausgewählte und gestaltete Dankeschön bedanken. Jetzt ist die Zeit des Austausches und Erinnerung gekommen, die durch jede erzählte Geschichte wieder lebendig wird. Viel Spaß beim Erzählen und Zuhören. (Mandy)

 

Freitag, 20.10.2017 – Weit gereist, Neues gelernt und viel erreicht

Es wird der letzte Flug auf unserem langen Rückweg, etwas über eine Stunde wird er dauern und dann sind wir zurück in Deutschland. Hier in Amsterdam hat uns der europäische Herbst mit Regen, Kälte und Sturm empfangen. Wie weit entfernt ist doch der chilenische Frühling. Aber er ist trotz der 12279 Kilometer Distanz präsent wie die vielen Erlebnisse aus fast 4 Wochen Reise. Es ist Zeit für ein erstes Resümee. Nach 2 Jahren Vorbereitung und Arbeit ging es endlich los nach Südamerika. Wir haben viel erlebt: den Alltag der chilenischen Gastfamilien und den Ablauf des chilenischen Schultages haben wir kennengelernt, Begeisterung für den interkulturellen Austausch zum 3. Oktober erlebt, ein neues Schulfach „mapudungung-alemán“ entwickelt, wir erkundeten La Serena, Coquimbo, Vicuña, das Valle de Elqui und Santiago, haben mit einem Piratenschiff auf den Spuren des legendären Francis Drake die Bucht von Coquimbo durchkreuzt und das 93m hohe Kreuz des dritten Jahrtausends bei einer Wanderung durch Coquimbo besucht. Wir bestaunten die Technik des Forschungsobservatoriums Tololo und den Nachthimmel durch die Teleskope von Mamalluca. Als erste Gruppe haben wir gemeinsam den 2000 Meter hohen „Cerro la Bandera“ oberhalb von Pisco Elqui bestiegen, einen richtigen Andengipfel. Wir pirschten uns an Guanacos heran, freuten uns über Pinguine, Seelöwen, Chingungus (Meeresotter bis zu 1.2 m Körperlänge), Kormorane und Pelikane. Und wir trotzten den Wellen des eiskalten Humboldtstroms auf der Suche nach Delphinen. Der Anblick, wie sie geschickt und mit hoher Geschwindigkeit unser Boot begleiteten, war für viele ein echter Glücksmoment. Vieler solcher Augenblicke bleiben uns aber auch aus den Projekten im Herzen und im Gedächtnis. Neben den Stunden des gemeinsamen Spielens und Lachens, haben wir vorallem viel erreicht und Chancen verbessert. Denn eines steht fest, die Gegensätze zwischen Arm und Reich sind enorm, sie prallen direkt aufeinander, sie machen nicht vor den Kleinsten halt. Unser Eindruck ist zudem als Beobachter seit 2012, dass die sozialen Disparitäten wachsen, die Schichten zementieren sich und die Konflikte brechen teils offen aus. In den sozialen Einrichtungen, die wir unterstützen stand somit im Vordergrund, Lebensbedingungen zu verbessern und Entwicklungschancen zu erweitern.

In Huchalalume konnten wir die Außenbereiche, Mauern und Wände unter Anleitung einer Mapuche Kunstlehrerin mit indigenen Symbolen verschönern. Dabei lernten wir zugleich eine Menge über die Bildsprache der Diaguita und Mapuche. Wir organisierten die Reparatur des Daches, die Anschaffung von Möbeln für Klassenzimmer und die Bibliothek. Den Bau eines individuellen Lern- und Betreuungszimmers, inklusive Ausstattung konnte ermöglicht werden und die Elektroinstallation für Teile der Schule erneuert werden. Die liebenswerte Köchin bekam eine neue multifunktionale Mikrowelle. Zudem erhielt bei der gemeinsamen Abschlussfeier jeder der kleinen 54 Schulkinder ein Schulpaket mit Schreibutensilien und einem Traumfänger-Armband.

Im Hogar Redes, dem Kinder-und Waisenheim in Coquimbo, strichen wir den Zaun in bunten Farben und die Mauern in weiß. Wir gossen eine Arretierung für das große Eingangstor aus Beton. Don Isreal, Hausmeister des Heims, erhielt neues Werkzeug. Für die deutliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen sorgen die bereits auf Hochtouren laufenden Industriewaschmaschine und -trockner, das Staubsauger-/Luftfiltersystem und das Dampfreinigungssystem von Kärcher. Für die Innenausstattung konnten wir einen großen Teppich, Kindermöbel, Regale und für die Küche nützliche Geräte wie Mixer und Pürierstab anschaffen.

Im Hogar Jalan André, einem Heim für aktuell 19 behinderte Kinder und Jugendliche am Stadtrand von Coquimbo, kamen viele von uns an ihre emotionalen Grenzen. Nicht nur die Unterbringung im einem ehemaligen Jugendgefängnis, die marode Bausubstanz und die völlig unzureichende Ausstattung, zeigten uns wie schwer Leben sein kann. Auch die Arbeit der Betreuer, aufopfernd und geduldig trotz der hohen Anforderungen, die die komplexen Behinderungen der Kinder stellen, war für uns kaum zu fassen. Der Hogar Jalan erhielt von uns ebenfalls eine Industriewaschmaschine und -trockner um die Wäschebergen künftig besser bewältigen zu können. Zudem wurden Baumaterialien für die kaputten Fenster gekauft und jedes Kind erhielt neue Schuhe und Strümpfe. Über letzteres werden wir beim Blick ins heimische Schuhregal bestimmt noch oft nachdenken. Zu jedem der Geräte wurden zudem eine Garantie und ein Service abgeschlossen, der den Einrichtungen bei Problemen zur Verfügung steht.

Auch wenn das Gefühl bleibt, dass wir noch so viel tun könnten, erfüllt es uns mit Freude und Stolz, diese Ergebnisse aus 2 Jahren Chileprojekt und 3 Wochen intensiver Projektarbeit in den Einrichtungen vor Ort zu sehen. Die tagtäglichen Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten erweitern unseren Horizont und lassen bei vielen von uns das Gefühl von Dankbarkeit für die Chancen, die wir haben und die uns ermöglicht werden, entstehen. Wir möchten dieses Gefühl der Freude über das Erreichte mit all unseren Unterstützern teilen. Muchas Gracias a todos! (Chileprojekt 2017)

 

Donnerstag, 19.10.2017 – Tag der Abreise

Nachdem wir unser Hotel, im Zentrum von Santiago, verlassen haben, wurden wir von kleinen Bussen zum Flughafen gebracht. Da wir zeitig aufstehen mussten, waren alle noch ziemlich müde. Während der Fahrt zum Flughafen realisierte man nun entgültig, dass es jetzt wieder nach Deutschland geht und man Chile wahrscheinlich erst einmal nicht so schnell wiedersehen wird. Somit trafen an diesem Morgen viele Emotionen, bei dem Einen stärker, bei dem Anderen weniger ausgeprägt, aufeinander. Ich für meinen Teil sah unserem kommenden Abflug und dem damit verbundenen Abschluss dieser Reise wehmütig entgegen, allerdings war ich zum Teil auch froh, die Großstadt Santiago hinter mir lassen zu können, da diese im Vergleich zu La Serena lediglich ein Meer aus grauen Häusern der Superlative ist. Vor allem fiel es mir schwer der Tatsache, La Serena sowie meine Gastfamilie für längere Zeit nicht zu sehen, ins Auge zu blicken. Trotz allem freute ich mich natürlich auch wieder nach Hause zu meinen Eltern zu kommen.

Am Flughafen angekommen sammelten sich alle wie sonst auch um zu besprechen, wie die nächsten Schritte verlaufen sollen. Allerdings sollte unsere Abreise nicht ganz ohne Komplikationen verlaufen. Einem Mädchen aus unserer Klasse fiel plötzlich auf, ihren Reisepass im Hotel liegen gelassen zu haben. Natürlich waren wir alle erst einmal geschockt und versuchten eine Lösung für das Problem zu finden. Nach längerer Zeit der Ungewissheit sowie vielen Telefonaten und Gesprächen unserer Lehrerin mit den örtlichen Angestellten konnte der Reisepass zum Glück, aus dem Hotel, in letzter Sekunde zurückgeholt werden. Also stiegen wir nach der Aufregung in das Flugzeug, welches uns, wie auch schon beim Hinflug, über Buenos Aires und Amsterdam nach Berlin transportieren sollte. Nun sitzen wir hier und probieren die Zeit der langen Flugzeiten rumzukriegen und nocheinmal unsere Reise nach Chile zu reflektieren. Zusammenfassend kann und muss ich aus meiner Sicht sagen, dass die Chilereise, welche von vielen Erlebnissen geprägt war, eine der besten Erfahrungen meines Lebens war. Ich persönlich war vorher noch nie in einer Gastfamilie untergebracht und denke, dass es eine der besten Möglichkeiten ist, den Teil eines Landes und seine Kultur zu entdecken und darüberhinaus Menschen kennenzulernen, welche man in sein Herz schließt. Ich hoffe noch lange in Kontakt mit meiner Gastfamilie zu sein und kann jedem nur weiterempfehlen, die Erfahrung des Chile-Projekts, sofern sich einem die Möglichkeit eröffnet, zu machen. Danke an Alle, die dies möglich gemacht haben! (Jonas)

 

Mittwoch, 18.10.2017 – Santiago de Chile

Nach dem Frühstück sind wir 11:00 Uhr in die Innenstadt gelaufen. Im Zentrum haben wir uns als erstes „La Moneda“, den chilenischen Präsidentenpalast angesehen. Danach hatten wir auf dem Plaza de Armas zwei Stunden Freizeit um uns umzuschauen und Mittag zu essen. Wir waren in Läden und haben uns zu dritt eine Pizza geteielt. Später sind wir noch zum Cerro Santa Lucía gelaufen, einen kleinen Park mitten in der Stadt, indem man auf einer Erhöhung einen Rundblick über Santiago hatte. Danach gab es noch ein bisschen Freizeit, in der viele die Zeit nutzten, um ein paar Andenken zu kaufen. Da Santiago eine Großstadt ist, ist es sehr schmutzig, durch den vielen Verkehr und sehr bedrängend durch die Großzahl an Menschen. Deshalb haben viele Leute Santiago als nicht so schön empfunden. Zum Abschluss des Tages sind wir in ein Restaurant gegangen, um gemeinsam Abschied zu feiern. Heute Abend werden die Koffer noch gepackt und morgen früh treten wir die Heimreise an. Wir hatten eine schöne Zeit und werden Chile alle vermissen, trotzdem freuen wir uns auf Deutschland. (Laura)

 

Dienstag, 17.10.2017 – Abschied aus La Serena

Für viele begann der Tag sehr entspannt und wir konnten noch ein letztes Mal mit unserer Gastfamilie frühstücken. Danach ging es auch schon zum Busbahnhof. Dort wurden die letzten gemeinsamen Bilder gemacht und alle verabschiedeten sich. Bei einigen flossen Tränen, weil vielen ihre Gastfamilie und La Serena sehr ans Herz gewachsen sind. Gegen 12 Uhr machten wir uns dann von La Serena auf den weiten Weg nach Santiago de Chile, die Hauptstadt Chiles. Die Busfahrt dauerte ca. 6 Stunden und viele nutzten diese, um ihren verloren Schlaf der letzten Tage und Wochen nachzuholen. Endlich in Santiago de Chile angekommen, ging es für uns zur Metro. Diese brachte für einige von uns ganz neue Erlebnisse. Bereits vor dem Einstieg in die Metro wurden wir von Frau Liebetrau darauf hingewiesen, dass diese sehr voll sind und wir eng zusammenrücken müssen, damit wir alle, inklusive unserer Koffer und Rucksäcke, in die Metro kommen. Das Aussteigen gestaltete sich schwerer als normalerweise gedacht, denn einige von uns schafften es durch das Gedrängel nicht rechtzeitig auszusteigen. Nach kurzem Warten war die Gruppe jedoch wieder vollständig und wir machten uns auf den Weg ins Hotel „Sahara Inn“. Gut im Hotel angekommen, ließen wir unseren Abend mit einer Runde Pizza essen ausklingen, bei der wir noch einmal unsere schöne Zeit in La Serena Revue passieren ließen.

Wenn man sich in der Klasse umhört, dann sind alle der Meinung, dass wir mit unseren Projekten viel erreicht haben und froh sind, dass wir diese erfolgreich mit den gesammelten Spenden unterstützen konnten. Zudem sind wir alle sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, Chile zu entdecken und so neue Menschen kennenlernen konnten. Mit vielen schönen Erinnerungen an die letzten Wochen werden wir nun Santiago de Chile erkunden. (Rebecca)

 

Montag, 16.10.2017 – Abschiedstränen

Heute ist nun der Tag, wo ich schon einige Zeit vorher wusste, dass ich ihn nicht mögen würde. Wenig erfolgreich habe ich versucht zu verdrängen, dass ich heute Abschied nehmen muss von unseren Projekten und den uns liebgewonnenen Menschen hier in Coquimbo und La Serena. Wir hatten soviel gesammelt und Spenden eingeworben, aber wieviel ist genug? Ist VIEL ins Verhältnis gesetzt auch manchmal VIEL ZUWENIG? Ich habe gemischte Gefühle, wir sollten stolz sein, auf das, was wir erreicht haben, aber ein richtiges Glücksgefühl will sich einfach nicht einstellen. Man denkt, dass man ein halbfertiges Projekt hinterlässt, wo so vieles noch getan werden müsste. Wir haben nötigste Arbeiten erledigt, dass heißt aber nicht, dass es jetzt richtig schön dort ist. Man sieht soviel Armut auf der einen Seite, aber genau diese Menschen versprühen soviel Dankbarkeit und Lebensfreude – ist das nicht ein Gegensatz ansich? Es sind nicht nur Gelder für die Unterbringung und Einrichtung, die in den Objekten fehlen, die kranken Kinder bräuchten spezielle Betreuungsformen und Förderungsmöglichkeiten, damit sie auf das Leben vorbereitet werden können. Die vielen ehrenamtlichen Helfer hier vor Ort leisten Unglaubliches – das berührt mich sehr! Das Erlebte hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich bekomme eine andere Sicht auf manche Dinge. Die Reise hierher war wie ein „Crashkurs in humanitärer Bildung“. Wo ist mein Platz in der Welt und wie kann ich mich einbringen und nützlich machen? Werde ich ein verantwortungsbewußter Weltbürger? Bin ich vielleicht schon auf dem richtigen Weg? Ein Teil meines Herzens werde ich für immer hier lassen. Ich habe gespürt wie groß der Zusammenhalt auch zwischen den Familien ist, wie man zusammenrückt und Freizeit gestaltet. Es scheint, als könnten die Chilenen ihre Arme und ihre Herzen etwas weiter öffnen, als wir Deutsche. Das Erlebte muss ich jetzt erstmal sacken lassen und einordnen, ich kann es noch nicht verarbeiten. Ich verabschiede mich todtraurig von diesen Fleckchen Erde und würde am liebsten einige der Kinder ins Handgepäck stecken und mitnehmen. Trotzdem bin ich so dankbar für diese Erfahrungen und diese tollen neuen Menschen, die ich kennenlernen durfte! Man trifft sich immer zweimal im Leben – ich komme sicher nochmal zurück… (Louisa)

 

Montag, 16.10.2017 – Abschlussfeier in Huachalalume

An unserem letzten Tag in Chile waren wir noch ein letztes Mal in Huachalalume, um uns zu verabschieden. Am Anfang haben wir noch bei den letzten Sachen, wie Schränke aufbauen und streichen, geholfen. Gegen Ende gab es jedoch noch eine kleine Abschiedsfeier, bei der wir zusammen Torte aßen und Tee tranken. Eine kleine Tanzaufführung der Kinder blieb dabei auch nicht aus. Nachdem sie uns ihre Tänze vortrugen, animierten sie auch uns mit ihnen zu tanzen und brachten uns so die Tanzschritte eines typisch chilenischem Tanzes bei. Nachdem wir ihnen noch Geschenke wie Stifte und neue Schulblöcke übergaben, war es Zeit sich mit großen Umarmungen zu verabschieden. Ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage, dass die Projekte und die Kinder uns ans Herz gewachsen sind und man nie genug helfen kann. Auf ein Wiedersehen! (Louisa)

 

Montag, 16.10.2017 – „Listo“ – die Arbeit ist vollbracht

Die maestros bitten uns hinein in den neuen Raum für individuelle Förderung, Elterngespräche und Kleingruppentraining am Computer. Wir müssen jede Installation prüfen und bekommen anschließend auch das neue Dach und die Fenster gezeigt. Die Möbel wurden gerade geliefert, schon haben sie die Schüler mit ihren kleinen Helfern aus Huachalalume zusammengebaut. Es ist fertig, rechtzeitig zur Abschlussfeier erhalten die Arbeiter aus dem Ort ihren Lohn. Kein großes Bauunternehmen, sondern die Handwerker aus Huachalalume sollten vom Auftrag profitieren ebenso wie die Schule.

Auch die Wandbilder aus Mapuche und Diaguita Symbolen sind jetzt vollständig und werden bestaunt. Die indigene Künstlerin, unter deren Leitung die Gestaltung erfolgte, erzählt viele kleine Geschichten zu den einzelnen Figuren. Gleich nebenan hat eine Freundin von ihr aus dem Volk der Diaguita den Grill angeworfen. Die zeigt den Kindern von Huachalalume und uns die traditionelle Brotteigherstellung und später auch die Mischung für den Mate Tee inklusive der Erklärung zur Heilwirkung verwendeter Kräuter. Es ist schon vor der gleich beginnenden convivencia ein Tag voller interkulturellem Lernen und gemeinsamer Erfolge. (Chileprojekt 2017)

 

Montag, 16.10.2017 – Im Auftrag der Kinder unterwegs

Es wird knapp. Wir schieben nochmal kräftig von allen Seiten, irgendwie wird es schon funktionieren die Kofferraumklappe zu schließen und die vordere rechte Tür. Auf dem Parkplatz des Homecenters lachen schon die auf Kunden wartenden Fahrer der kleinen Transportwagen, hier „flete“ genannt, über uns drei. „Quieres un flete? – sea mejor!“. Nein, wir brauchen keinen, alles ist verstaut und die Fahrt geht nach Coquimbo. Heute früh waren hermana Rosina, hermana Clara und ich nochmal im Auftrag der Kinder vom Hogar Redes unterwegs. Der spezielle Staubsauger mit Luftfiltersystem war im Fachgeschäft in La Serena eingetroffen und es gab noch einige wünsche für die Einrichtungen der Wohnbereiche zu erfüllen. Wir ließen uns vom Kärcher Händler beraten und kauften für das Kinderheim auch ein Dampfreinigungssystem für Fenster und Böden mit spezieller Ausrichtung auf die Desinfektion großer Flächen. Danach ging es in den „Sodimarc“, eine Mischung aus Baumarkt und Einrichtungshaus. Regale für den Aufenthaltsraum, Kindermöbel, ein großer bunter Teppich konnten wir durch die Spenden ebenfalls finanzieren. Als wir uns auf dem Parkplatz verabschieden, habe ich einen neuen Auftrag, diesmal von Rosina im Namen der Kinder: „Un montón (Berg) de Gracias“ soll ich ausrichten, an alle die diese Hilfe ermöglicht haben. (Chileprojekt 2017)

 

Sonntag, 15.10.2017 – Trip Isla Damas

Um 8:30 Uhr starteten wir vom Colegió Alemán mit dem Reisebus. Während der Fahrt begegneten uns viele Guanacos. Guanacos sind Tiere, die es sehr selten gibt und Ähnlichkeiten mit einem Alpacka haben. Sie sind sehr majestätisch und sind bei den indigenen Völkern sehr beliebt. Wenn man ein Guanaco sieht, so heißt es, dass es einem Glück bringt. Um circa 10:30 Uhr kamen wir in dem Dorf Punto Chorros an. Von dort fuhren wir mit dem Boot durch das Meeresschutzgebiet zu den Islas Damas. Während der Bootstour sahen wir viele interessante Vogelarten, Robben, Seelöwen, die kleinsten Pinguine der Welt und sogar Delfine. Auf den Islas Damas angekommen erkundeten wir die Landschaft, mit ihren schönen Facetten. Zurück von der Bootsfahrt gab es in Ponto Chorros ein traditionelles Mittagessen. Danach traten wir die Heimreise an. Zwischendurch machten wir einen Halt in der Wüste. Dort beobachten wir die Flora und Fauna. Wir sahen mit unter anderem viele Guanacos, Vögel, Kakteen und eine fleischfressende Pflanze. Um 20:00 Uhr kamen wir wieder an Colegió Alemán an und wurden von unseren Gasteltern abgeholt. (Stina)

 

Samstag, 14.10.2017

Heute, nach der schönen aber auch anstrengenden Reise ins Valle de Elqui, ergriffen viele die Gelegenheit auszuschlafen. Dieser Samstag war der letzte Tag, den wir in unseren Gastfamilien verbringen konnten. Nachdem ich von Vögeln und Hunden geweckt wurde beschlossen ich und mein Gastbruder Jorge per Mountainbike den nahegelegenen Berg „Cerro Grande“ zu bezwingen. Unglücklicherweise hatte mein Fahrrad auf der Hälfte des Weges einen Platten, jedoch trafen wir kurze Zeit später andere Chilenen mit ihren Gastschwestern, die offenbar dieselbe Idee hatten, und hatten auch so eine schöne Zeit. Als wir schließlich wieder zu Hause ankamen, stand ein Ausflug mit den Gasteltern in den Norden La Serenas an. Wir aßen im Restaurant „Caleta San Pedra“ Empanadas und Schwertfisch, eine sehr leckere Erfahrung. Danach fuhren wir in die Innenstadt La Serenas, wo wir den süßen, ortstypischen Papayasaft tranken und Souveniers kauften. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir wieder zu Hause an, wo wir eine Ruhepause einlegen mussten, die von allen durch einen späten Mittagsschlaf genutzt wurde. Um acht Uhr begann ein Gottesdienst den wir zu Viert besuchten und danach ging es an den Strand zu einer Abschlussfiesta mit allen Deutschen und natürlich ihren Gastschülern. Nach diesem programmreichen Tag besteht trotzdem große Vorfreude morgen die Isla Damas zu sehen. (Friedrich)

 

Freitag, 13.10.2017 – Zweiter Tag der Reise ins Valle de Elqui

Nach einem langen, anstrengenden Tag konnten wir früh in unseren cabañas erstmal ausschlafen. Um 10 Uhr trafen wir alle zum Essen ein und starteten mit einem gemütlichen Frühstück in den Tag hinein. Anschliessend gingen viele in den Pool, denn es war, für unsere Verhältnisse, ein sehr warmer Frühlingstag. Ich hingegen schaute mir mit zwei Freundinnen das kleine Dorf „El Molle“ an. Wir kauften uns in einem Strassenladen Empanadas und etwas Süsses, natürlich mit Manjar, und setzten uns dann für eine Weile an den Elqui und genossen die wunderschöne Landschaft. Nachdem alle Sachen zusammengepackt waren, fuhren wir gegen halb drei Richtung Vicuña. Einen kurzen Stopp machten wir am Puclaro-Stausee, der zur Bewässerung der Obst- und Weinanbauflächen im Valle de Elqui dient. Wir haben viele Fotos gemacht und liefen, mit einem Eis, auf der Staumauer entlang. In Vicuña angekommen, besuchten wir zuerst das Museum über Gabriela Mistral, die selbst eine zeitlang dort lebte. Berühmt ist sie fuer ihre Natur- und Liebesgedichte. Sie war die erste und bis jetzt einzige lateinamerikanische Frau, die den Literaturnobelpreis gewann. Im Anschluss gingen wir in die Pisqueria der Kooperative Capel und bekamen eine sehr interessante Fuehrung zur Geschichte und Herstellung des Piscos mit anschliessender Verkostung des Saftes der Piscotrauben. Danach bekamen wir Geld um uns in kleinen Gruppen etwas zum Abendessen zu kaufen. Meine Gruppe und ich gingen zuerst noch auf einen kleinen Handwerksmarkt und suchten uns dann ein kleines Restaurant in dem wir uns mit jugos naturales und completos stärkten. Wir mussten uns sehr beeilen, denn um 20 Uhr brachen wir mit dem Bus in das Observatorium „Mamalluca“ auf. Dort konnte man den atemberaubenden Sternenhimmel und die Milchstrasse beobachten. Während der Führung konnten wir mehrmals durch die Teleskope schauen und sahen unter anderem den Saturn. Gegen Mitternacht kamen wir, nach diesem interessanten Tag, im Colegio Aleman an. (Tanja)

 

Donnerstag, 12.10.2017 – Tag der Bergsteiger

Unser Tag begann mit einer längeren Busfahrt ins Valle de Elqui. Dabei hatten wir wunderschöne Ausblicke zum Beispiel auf einen großen Stausee oder auf verschneite Andengipfel. Die Fahrt durch die kleinen Dörfer war sehr aufregend, da der Bus gerade so durch die engen Straßen passte. Gelegentlich schrammten wir auch gegen zu niedrige Baumzweige. In Pisco Elqui angekommen, mussten wir uns in der dortigen Polizeistation anmelden, um auf den „Cerro la Bandera“ wandern zu dürfen. Danach sollte unsere Wandertour starten. Aber um auf den Berg zu gelangen, mussten wir einen Zeltplatz passieren. Es gab eine kurze Diskussion mit der Besitzerin, aber trotzdem mussten wir eine Gebühr bezahlen, um das Grundstück überqueren zu dürfen. Dort haben wir auch eine kurze Pause gemacht und wir wurden auf den Aufstieg vorbereitet. Der Aufstieg an sich war in zwei Teile unterteilt. Im Ersten war der Weg sehr schmal und rutschig, aber es ging auch nicht sehr steil bergauf. Im Zweiten war es sehr steil, aber auch rutschig. Dieser Teil war auch deutlich länger als der andere. Der Aufstieg brachte viele an entweder die physischen oder psychischen Grenzen oder an beide. Daher wurde er von manchen auch als Nahtoderfahrung angesehen 😉 Den ganzen Weg über und auch vom Gipfel aus hatte man einen sehr schönen Blick ins Elqui-Tal. Nach dem Abstieg gab es Abendbrot in einem nahe gelegenen Dorf. Das Essen war sehr, sehr lecker. Der Tag wurde abgerundet von einem lustigen und entspannenden Abend in den Hot Tubs der schönen Bungalowanlage des Refugio El Molle, in der wir nächtigten. (Moritz)

 

Mittwoch, 11.10.2017 – Es war ein sehr intensiver, eindrucksvoller und für einige emotionaler Tag

Der Morgen begann, wie gewohnt, mit 3 Stunden mehr oder weniger intensivem Unterricht im Colegio. Danach ging es zum ersten Mal für alle in das Waisenheim für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung in der „Pampilla“, am Rande Coquimbos. Einige waren vorher etwas aufgeregt oder unsicher, wegen der Erzählungen, dass die Situation dort extrem ist und es einen emotional hart treffen kann. Die Gebäude waren tatsächlich in keinem guten Zustand und nur mit dem Geringsten Eingerichtet. Die ehemalige Nutzung als Kinder- und Jugendgefängnis war durch den Aufbau zu erkennen. Trotzdem war ich auch positiv überrascht. Das Gelände ist recht groß. Es gibt einen Spielplatz, Fußballplatz mit Blick auf Coquimbo und das Kreuz und Trampoline (leider reparaturbedürftig) im Hinterhof. Viele waren der Meinung, dass das Gelände viel „Potenzial“ hat und man es mit einigem Aufwand und genug Material gut herrichten kann. Ich fand es auch schön zu sehen, dass die Kinder hier überhaupt ein zu Hause und Leute haben, die sich täglich um sie kümmern. Dieser Job ist sicher nicht leicht und definitiv nicht für jeden machbar. Wir haben auch die neue Industriewaschmaschine und den Trockner gesehen und die Kinder trugen neue Schuhe, die wir mit den Spendengeldern kaufen konnten. Während einige mit Streich- und Renovierungsarbeiten beschäftigt waren, haben andere mit den Kindern Fußball gespielt, gemalt und wieder Freude an den Spielen aus der Grundschule gefunden. Mich hat auch überrascht, dass ich mich mit einigen der Kinder, die u.a. taubstumm waren, gut verständigen konnte. Nach dem Mittagessen ist die Situation dann etwas eskaliert. Die Kinder sind wegen Kleinigkeiten wütend geworden. Das Aggressivitätslevel ist hier viel höher und die Wut bricht schneller aus und wird deutlich und eher körperlich gezeigt, auch gegenüber uns Besuchern. Das hat einige von uns stark getroffen und die angstgeladenen Emotionen sind etwas übergelaufen. Hinterher wurde alles durch die Betreuer geklärt. Diese haben dort tagtäglich einen sehr schweren, zährenden Job, der viel Kraft kosten muss! Sie verdienen viel Respekt und Anerkennung! Wir verabschiedeten uns mit gegenseitiger Danksagungen und einem gemeinsamen Gebet durch den Pfarrer Pablo. Die Erlebnisse wurden auf dem Weg zum Cruz de Coquimbo besprochen und verarbeitet. Dort konnten wir die wunderschöne Aussicht über die Stadt genießen. Im Fischmarkt von Coquimbo haben wir den Tag bei einem gemeinsamen Klassenabendessen ausklingen lassen. Jetzt wird noch gepackt, denn morgen steht der Ausflug ins Valle de Elqui an. (Jana)

 

Dienstag, 10.10.2017

Heute waren wir wie an allen Schultagen erst in der Schule und danach in den sozialen Projekten. In der Grundschule in Huachalalume haben wir heute unsere Bilder fertig gemalt, Wände grundiert und die Bilder von alten Projekten erneuert. Außerdem gestalteten wir eine Wand für unser Projekt 2017 und spielten mit den Kindern. Auch wenn wir die Kinder nicht immer verstanden haben, hatten alle viel Spaß. Am Ende haben uns die Kinder gelbe Früchte gegeben, die wir nicht kannten, aber sie haben uns allen sehr gut geschmeckt. 15:30 Uhr hat uns der Bus zum Hafen von Coquimbo gebracht, wo wir von einem Piraten empfangen wurden. Nachdem auch die andere Gruppe aus dem Hogar Redes beim Hafen angekommen war, ging es auch schon auf das Piratenschiff. Erst sind wir aus dem Hafen raus gefahren. Dabei wurde uns von einem Piraten viel über den Hafen von Coquimbo erzählt. Als wir dann etwas weiter auf dem Meer waren, durften wir aufstehen und uns vorne hinstellen. Das war sehr lustig weil der Wellengang sehr stark war und das Schiff immer wieder nach oben oder nach unten gegangen ist und viele gekreischt haben. Auf dem Rückweg sollten wir uns wieder hinsetzen. Auf der Schiffsfahrt konnten wir Robben, Pelikane und Lylykormorane sehen. Lylykormorane haben rote Füße und bleiben ein Leben lang zusammen. Nach der Schiffsfahrt hatten wir noch ein bisschen Zeit um uns den Markt am Hafen anzuschauen. Als wir wieder in La Serena angekommen sind, waren alle sehr geschafft von dem langen Tag.“ (Marie L.)

 

Montag, 9.10.2017 – Ungeheure Gegensätze

Der Kolumbus-Tag ist einer von vielen chilenischen Feiertagen, deren Bedeutung jedoch die wenigsten Einwohner kennen. Als ich heute morgen mit meinem Gastbruder am Frühstückstisch saß und ihn fragten, warum wir heute nicht zur Schule müssen, sagte er nur „no se“. Später fragte ich meine Mamita nach der Bedeutung dieses Tages. Sie erklärte mir, dass der Tag an die Ankunft Christoph Kolumbus im Jahr 1492 und den Zusammenhalt zwischen Spanien und Lateinamerika erinnern soll. Denn auch in Spanien wird dieser Tag gefeiert. Trotz jenes entscheidenden Ereignisses für diesen Teil der Erde vor 525 Jahren, spielt der heutige Tag keine außerordentliche Rolle im alltäglichen Leben der Chilenen. Wir verbrachten ihn, wie jeden anderen Tag am Wochenende auch. Am Vormittag ging ich mit meinem Gastbruder zu einem Supermarkt, um Zutaten für einen typischen deutschen Apfelkuchen „Kuchen de manzana con Streußel“ zu kaufen. Als wir zurückkamen, gab es selbstgemachte Completos. Rico! Nachdem ich mit meiner Familie den Nachmittag am Pool im Garten verbrachte, wobei wir viel über die Geschichte Chiles redeten, fing ich schließlich an den Apfelkuchen zu backen. Etwas Heimat in der Fremde. Wobei Fremde inzwischen wohl auch falsch gesagt ist, denn im Laufe der vergangenen zwei Wochen wurde mir dieses Land, die Menschen und ihre Lebensweise immer vertrauter. Womit ich jedoch noch immer nicht zurechtkomme, ist zum einen der viele Zucker in jeglichen Gerichten und zum anderen der enorme Unterschied zwischen arm und reich in diesem Land. Mit dem Zuckerproblem lässt sich wohl leben. Meinem Kopf jedoch fehlt jegliches Verständnis für die Menschen, die inmitten von Coquimbo (hier leben die wirklich armen Menschen der Stadt), zwischen Müll, Schmutz und bettelnden Menschen, die zweitmodernste Mall Südamerikas bauen können. Auch würde es mir enorm schwer fallen, für längere Zeit hier zu leben. Immer mit dem Gewissen, dass 5km von mir entfernt, die Menschen schauen müssen, wie sie ihre Familie ernährt bekommen und ich meinen Nachmittag an meinem Pool im Garten genieße oder mit Freunden surfen gehe.

Der Kuchen jedenfalls hat meiner Familie sehr gut geschmeckt, obwohl er nicht so süß war, wie sie es gewohnt sind. (Johanna)

 

Montag, 9.10.2017 – Wüstenstaub und schneebedeckte Vulkane

Während viele das lange Wochenende in Santiago, im Valle de Elquí oder sogar im argentinischen Mendoza verbrachten, reisten wir in die Atacama-Wüste im Norden Chiles. San Pedro de Atacama ist ein 5000 Seelenort auf 2400 Meter Höhe. Die Oase, in einer der trockensten Regionen der Welt, ist Ausgangspunkt für interessante Touren in den Hauptkamm der Anden. Im Dreiländereck Chile, Argentinien und Bolivien haben wir auf knapp 5000 Meter Höhe die Landschaft aus türkisfarbenen Lagunen umringt von schneebedeckten Stratovulkanen genossen. Um zu den „Piedras Rojas“ zu gelangen, benötigt man einen Allradjeep, denn es gibt dort nur noch Staubpisten. Noch schlimmer werden diese „Wege“ jenseits der bolivianischen Grenze, sodass wir selbst mit unserem Geländewagen ins Schwitzen kamen. Am Fuße des Licancabur entschädigen jedoch Flamingoschwärme, Guanacoherden und niedlichen Viscachas, deren Heimat die Laguna Verde ist, für alle Mühen. (Mandy & Martin)

 

Sonntag, 8.10.2017 – Langes Wochenende in Chile

Der zweite Tag des langen Wochenende! Dank dem morgigen Feiertag „Encuentro de Dios“, an dem einst Christoph Columbus in Amerika landete, hat ganz Chile ein langes Wochenende. Deshalb war ich gestern mit meinem Gastvater und meinen zwei kleinen Gastgeschwistern unterwegs zur Familien-Farm im Valle de Elquí. Dort wuchsen nicht nur, typisch für das Valle de Elquí, Piscotrauben, sondern auch Orangen, Zitronen, Avocados und einige andere Früchte. Dort wurde mir der gesamte Hof gezeigt mit den Feldern und den Tierställen, immer hatte man einen Blick auf die hohen Anden Berge. Heute, nachdem wir alle ausgeschlafen haben, begannen wir einen großen Teil der gestern mitgenommenen Orangen zu Orangensaft zu pressen. Anschließend mischte mein Gastvater einen kleinen Teil des frisch gepressten Orangensaft mit Pisco und nannte es „Pisco de Naranja“, das bedeutet in etwa soviel wie Pisco mit Orange. Am Nachmittag war ich noch mit meiner Gastschwester, ihrer Freundin und zwei Klassenkameraden am Strand unterwegs, wo wir auch im kalten Pazifik waren. Morgen erwartet uns dann der „Encuentro de Dios“. (Oliver)

 

Samstag, 7.10.2017 – Wochenende mit unseren Familien

Der erste Tag des langen Wochenendes! Viele Familien haben für diese paar Tage einen Tripp oder viele einzelne Ausflüge geplant, um uns so viel wie möglich von Chile zu zeigen. Ich für meienen Teil, konnte heute früh ausschlafen. Nach einem langen Frühstück mit meiner Gastschwester sind wir dann los gefahren, die Küste entlang und durch die Berge. Die Landschaft hier ist unglaublich. In den Bergen haben wir Lamas und Wildziegen getroffen und Wüstenblumen gesehen. Begleitet wurde unsere Fahrt von typischer spanischer Musik. Gegen Ende unserer kleinen Reise gab es Empanadas, für die Chile wohl weltbekannt ist und dazu frisch gemachten Saft. Zum Schluss schlenderten wir noch durch die Mall von La Serena und jetzt steht mir ein Filmabend bevor. (Sina)

 

Freitag, 6.10.2017 – Ein “normaler” Tag in Chile

Heute haben wir den ganzen Schultag im Colegio Alemán verbracht. Neben anderen Fächern, wie Mathe oder Philosophie, hatten wir auch Deutschunterricht. In Deutsch sind alle Schüler nach Leistung eingeteilt, ich sass mit im Fortgeschrittenenkurs, in welchem unter anderem Wörter wie “Scharlatan” gerlernt werden müssen. Heute sollten wir (zum Glück auf Deutsch!) einen Vortrag über das deutsche Gesundheitssystem halten. Selbst für uns war es teilweise schwierig den Überblicküber das Thema zu behalten, aber dieses für jemanden zu erklären, der nicht deutscher Muttersprachler ist, stellte sich als grosse Herausforderung dar. Inzwischen haben wir uns in der Schule schon recht gut eingelebt und uns an die Sitten und an das Verhalten im Unterricht gewöhnt. Zum Beispiel fällt es uns kaum noch auf, wenn wenn ein Schüler (oder manchmal auch ein Lehrer) in der Unterrichtsstunde Nachrichten auf WhatsApp beantwortet. Auch über die “Organspendeboxen”, wie wir sie gerne nennen, wundern wir uns kaum noch, denn inwischen wissen wir ja, dass sich darin keine Organe sondern Essen befindet. Nach dem Mittagessen mit meiner Gastfamilie bin ich heute mit zwei Freundinnen in die Mall gefahren. Die Mall ist ein grosser Gebäudekomplex mit jeder Menge grosser und kleiner Läden, vielen Cafes und einigen Ständen mit typisch chilenischen Angeboten. Vor allem die Cafes haben mich interessiert und so sassen wir schliesslich zu dritt vor einem so riesigen Eisbecher, dass wir uns einig waren, man müsse eigentlich einen Warnhinweis in die Karte schreiben oder zumindest der Bezeichnung XL ein paar X hinzufügen. Auf der Rückfahrt erzählte mir meine Gastmutter noch, dass diese Mall sehr klein wäre und es in Santiago Malls gebe, die noch 4-mal so gross wären. Jetzt lasse ich den Tag in Ruhe ausklingen und bin schon sehr gespannt, was ich dieses Wochenende wohl alles erleben werde. (Sarah)

 

Donnerstag, 5.10.2017 – Ein neues Dach für Huachalalume

Baulärm durchdringt das Gelände der kleinen Schule. Kinder rennen mit Schreibblöcken zu uns, die neuesten Erkenntnisse müssen geteilt und vorallem stolz präsentiert werden. Und dann natürlich der neugierige Blick zu den Handwerkern – wie weit sind die maestros mit ihrer Arbeit schon gekommen? Weit. Das Dach ist schon fertig. Der Regen im Winter, ungewöhnlich stark für die Halbwüsten-Region, hatte dem alten Dach schwer zugesetzt. Es war brüchig und auch hinsichtlich der Erdbeben zur Gefahr geworden. Wir beauftragten Handwerker aus dem Dorf den kleinen Schulraum mit einem neuen Dach zu versehen. Der alte staubige Boden wird zudem gefliest und auch die Wände mit Fliesen versehen um dem Staub besser Herr zu werden. Einer der maestros ist gerade mit den Kabeln für die neuen Elektroanschlüsse beschäftigt, der andere erklärt mir lächelnd, wie wichtig dieser Auftrag für sie als kleine, lokale Handwerker ist und was er mit dem angemischten Beton vorhat. Die ausgebrochenen Stufen sollen gleich mit repariert werden. So jetzt muss er aber weiterarbeiten, er will schließlich viel schaffen. Die Schüler verzieren weiter die Wände, Diaguita und Mapuche Symbole erhalten ihre traditionellen Farben. Ich gehe zu Kristin, wir machen die Abrechnung für die Anschaffungen. Dank der Spenden konnten wir neben den Baumaterialien, Regale, Schränke, Schreibtische und Stühle kaufen. Für die liebenswerte Köchin, die den Kindern meist ihre einzige warme Mahlzeit zubereitet, kauften wir eine neue Mikrowelle. Sie zeigt mir alle neuen Funktionen und gleich gibt es die erste warme „Probe-Empanada“. Nächste Woche werden die Bauarbeiten fertig sein. (Chileprojekt 2017)

 

Donnerstag, 5.10.2017 – Teamwork ist Dreamwork

Heute waren wir noch einmal als gesamte Klasse in der Mapuche Schule. Zusammen haben wir wieder richtig angepackt und viel geschafft. Durch unsere kreative und schnelle Arbeit konnten wir dem Schulhof schon viel Farbe und Fröhlichkeit verleihen. Besonders schön war, dass die Mapuche Schüler uns gezeigt haben, wie man selbst kleine Taschen näht. Man hat gemerkt, wie engagiert, aufgeschlossen und auch stolz die Kinder waren, uns etwas entgegen bringen zu können. Viele Kinder habe ich sehr ins Herz geschlossen und freue mich, dass wir sie durch unsere Arbeit sowie durch gemeinsames Spielen im Alltag unterstützen können.

Nach dem Projekt bin ich mit meinen Freundinnen und meiner Gastschwester in ein sehr leckeres Burger Restaurant gegangen, um den Tag ausklingen zu lassen. Nach anstrengenden Arbeitstagen und vielen verschiedenen Eindrücken sind wir umso motivierter nach dem langen Wochenende eifrig weiter zu arbeiten.
¡Muchos saludos! (Lara)

 

Mittwoch, 4.10.2017 – Ein Dank an die Spender und an die Gastfamilien

Es ist das Eine, von den Projekten zu hören und sich vorzustellen wie es werden wird, aber es ist etwas vollkommen anderes, dabei zu sein. Es ist viel intensiver und auch anstrengender als es sich viele von uns vorgestellt haben. Es ist schön zu sehen, wohin das Geld kommt. Die Kinder sind unheimlich dankbar und freuen sich schon alleine über unsere Anwesenheit. Heute waren beide Gruppen in den sozialen Projekten und haben ihre Arbeit, die Zäune und Wände zu verschönern, fortgeführt. Wir wollen uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Freundlichkeit vieler Leute und jede einzelne Spende bedanken, ohne die dieses Projekt nicht möglich wäre. Auch die Gastfreundlichkeit unserer Familien beeindruckt uns immer wieder. Wir haben hier schon viele Freundschaften knüpfen können und tolle Menschen kennengelernt. Nach dem fordernden Tag im Hogar Redes ging ich mit zwei Freundinnen in die Mall, um das zu tun, was wir Mädchen besonders gut können: Shoppen. Nach diesem tollen, aber auch anstrengenden Tag freuen wir uns alle schon doll auf die folgenden. (Paula)

 

Mittwoch, 4.10.2017 – Wir haben schon viel erreicht

Coquimbo ist wirklich arm, das Geld ist immer knapp. Das merkt man besonders, wenn man Anschaffungen für die Projekte plant. Waschmaschinen und Trockner kauft man nicht einfach im Geschäft, sie müssen erst aufwendig aus der Hauptstadt geordert werden. Diesen Prozess haben wir gestern und heute mit den Verantwortlichen vom Hogar André Jalan und dem Hogar Redes durchlaufen. Aufgrund unserer intensiven Vorarbeit in Deutschland und unserer Ortskenntnis konnten wir mit den Spendengeldern die Geräte für das Kinderheim für behinderte Kinder und das Waisenheim kaufen und den Transport organisieren.

Am Abend haben wir noch lange mit den Fischern am Hafen von Coquimbo geredet. (Chileprojekt 2017)

 

Dienstag, 3.10.2017 – Chilenischer Tag der Deutschen Einheit

Wie gewohnt sind wir heute früh zur Schule gefahren um an den ersten drei Unterrichtsstunden teilzunehmen. Danach lief jedoch alles etwas anders als gewohnt ab: die ganze Schule versammelte sich in der Turnhalle um den Tag der deutschen Einheit und 500 Jahre Reformation zu feiern. Wir waren überrascht, dass man diesen Tag hier, am Ende der Welt, mehr feierte als bei uns in Deutschland. Nachdem alle zusammen die Nationalhymnen unserer beiden Länder mitgesungen haben, führten viele der Klassen etwas kleines vor: ein Lied, ein Theaterstück oder etwas anderes musikalisches. Besonders gefallen hat vielen die Rede des Direktors, in der er betonte, dass man mit Zusammenhalt und -arbeit mehr erreichen kann als mit Streit, Trennung und Hass.

Nachdem die kleine fiesta vorbei war, fuhren wir, diesmal in zwei Gruppen geteilt, in unsere Projekte. Eine Gruppe ging wieder nach Huachalalume um dort weiter die Wände etwas zu verschönern und meine Gruppe ging nach Coquimbo um dort im Waisenheim, dem Hogar Redes etwas zu helfen. Für viele (mich eingeschlossen) war es das erste mal in Coquimbo und wir waren fasziniert und traurig gleichzeitig über die wunderschöne Landschaft, das Meer, die kleinen Häuser aber auch über die Armut und die Zerstörung durch Tsunamis. Im Waisenheim bemalten wir ebenfalls Mauern und Zäune und reparieren das kaputte Tor. Nachdem unsere Zeit um war, waren wir zwar mächtig k.o., aber wir hatten das Gefühl, etwas geschafft zu haben, was wir am nächsten Tag fortsetzen wollten. Zurück in der Schule wurden alle abgeholt und verbrachten den Abend mit ihrer Familie. Mit meiner Schwester und der Familie ging ich heute endlich in das große Einkaufszentrum, die Mall. (Egal, in welchem Land man ist: ein Mädchen bleibt ein Mädchen und fast alle können shoppen einfach nicht widerstehen). Nun liege ich im Bett, tippe meinen Bericht ab und fühle mich ziemlich gut. Zwar mag ich nur noch ins Bett, aber der Tag war wirklich wunderschön und ich bin wieder auf’s neue erstaunt wie unglaublich dieses Land und die Menschen hier sind. Trotz der Müdigkeit ist man gespannt auf den nächsten Tag und man ahnt, dass er mindestens genauso schön wird wie der heutige(Penny)

 

Montag, 2.10.2017 – Süße Kinder und viele Bilder

Jetzt geht er leider zu Ende – unser erster Tag in einem unserer sozialen Projekte. Nachdem wir die ersten drei Stunden in unseren Klassen in der deutschen Schule verbracht hatten, brachen wir voller Vorfreude mit dem Bus und zwei Autos in das kleine Dorf Huachalalume nahe der Schule auf. Sobald wir das Geländer der Mapuche-Schule betreten hatten, wurden wir bereits von lachenden, uns umarmenden Kindern begrüßt. Daraufhin bekamen wir eine Führung der begeisterten, unglaublich süßen Kinder, die uns ihre Klassenräume, ihren Fußballplatz und ihren Garten zeigten. Nach einigen Runden Versteckenspielen begannen wir mit Fußball, Chile gegen Alemania. Obwohl die meisten von uns nicht sehr erfolgreich beim Treffen des Tores waren, hatten sowohl die Kinder als auch wir eine Menge Spaß dabei. Anschließend bereiteten wir die Arbeit der nächsten Wochen vor: wir werden einen großen Abschnitt der Mauer um das Schulgelände und ein paar Wände des Gebäudes mit traditionellen Symbolen bemalen und dabei zusammen mit den Kindern ihre Schule verschönern. Heute haben wir dafür die Grundlage geschaffen, Mauern grundiert und erste Umrisse gezeichnet. Unsere Arbeit haben wir zwar durch viele Spielpausen unterbrochen, doch trotzdem haben wir heute viel geschafft. Und so sind wir am Ende des Tages aus Huachalalume zurück zu unseren Familien aufgebrochen: mit dem Gefühl, etwas geschafft zu haben, großer Dankbarkeit für diesen unvergesslichen Tag, Vorfreude auf morgen und nicht wenigen gezeichneten Bildern der Kinder, die uns mit Freude empfangen und mit vielen Umarmungen verabschiedet haben. Anschließend wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt und ließen den Tag entspannt ausklingen. (Lisa)

 

Sonntag, 1.10.2017 – Cerro de Escalera al Cielo

Gesund war es nicht, aber dafür sehr beeindruckend. Der Aufstieg auf den 3200m hohen „Cerro de Escalera al Cielo“ beginnt normalerweise 6 Uhr morgens direkt in Pisco Elquí auf 1200m Höhe. Da es Sonntag war und wir noch 2 Stunden anreisen mussten, entschieden wir uns für die zeitoptimierte Variante mit Start um 11 Uhr. Daher blieb uns für den mit 11 Stunden angegebenen Aufstieg nur 5:30 Stunden zeit, um noch bei Tageslicht den Abstieg zu beenden. Trotz mehrfachen Zweifelns aufgrund des schwierigen Geländes und eines aufziehenden Schneesturms, standen wir pünktlich um 16:30 Uhr für ganze 10 Minuten auf dem Gipfel. Der Ausblick entlohnte uns für alle Strapazen. (Mandy & Martin)

 

Sonntag, 1.10.2017

Wir sind in Chile! Allmählich fangen wir an zu realisieren, dass dieser Satz endlich Wirklichkeit geworden ist. Der heutige Sonntag war für viele von uns ein Tag der Erholung. Für die meisten war heute das erste Mal, dass sie richtig ausschlafen konnten, nachdem wir die letzten Tage immer schon früh morgens an der Deutschen Schule sein mussten. Als wir endlich aufgewacht waren, wurden wir von einem strahlend blauen Himmel und Sonnenschein begrüsst, ganz anders als die letzten Tage, an denen es morgens immer grau und bewölkt war. Der perfekte Tag für einen Ausflug also! Viele von uns verbrachten den heutigen Tag ähnlich: Essen gehen, grillen oder ein Picknick mit der Gastfamilie, Strandspaziergänge, manche waren sogar surfen oder Schlittschuh laufen. Ich bin nach dem Mittagessen mit meiner Gastfamilie nach Tongoy gefahren, ein kleines Fischerdorf südlich von La Serena und Coquimbo. Es war wunderschön: auf der einen Seite der türkis- bis dunkelblaue Pazifik mit den bunten Fischerbooten vor der Küste und den Palmen am Strand, auf der anderen Seite die ersten von nur mit wenigen Pflanzen bedeckten Berge der Anden. Im Dorf waren die Häuser oft klein und bildeten mit ihren leuchtenden Farben einen Kontrast zu der kargen und staubigen Landschaft. Dies erinnert an einige Erfahrungen, die sicherlich viele von uns hier in Lateinamerika schon gemacht haben: Wir haben schon einige der schlechten Seiten Chiles gesehen und ein bisschen von den Problemen des Landes und der Armut mitbekommen, aber oft ist hier alles viel bunter, lauter, fröhlicher und einfach lebendiger als in Europa. Jetzt freuen wir uns auf die erste richtige Woche in Chile und sind sehr gespannt, was wir noch alles erleben werden. Morgen beginnt unsere Arbeit in den sozialen Projekten – auch dort werden wir mit Sicherheit viele neue Erfahrungen machen! (Talitha)

 

Samstag, 30.09.2017 – Ausflug nach Tololo

Heute hieß es wieder früh aufstehen, es ging zum „Cerro Tololo Interamerikanisches Observatorium“. Um 8 Uhr trafen wir uns alle gemeinsam vor der Schule, auch einige der Gastfamilien begleiteten uns auf unseren Ausflug. Nachdem wir uns auf die Autos verteilt hatten, fuhren wir auch schon los. Es erwartete uns eine 2 stündige Fahrt. Viele nutzten diese, um den wenigen Schlaf der letzten Tage aufzuholen. Andere bestaunten die Landschaft, mit ihren vielen Bergen und den unterschiedlichen Vegetationen. Nach einer langen und ruckeligen Fahrt durch die Berge sind wir dann endlich, in 2200 Meter Höhe angekommen. Jedoch begannen wir nicht gleich mit unseren Führung, sondern legten erst einmal eine Foto Pause ein. Der Blick ins Tal und die vielen Berge ringsherum boten eine super schöne Kulisse dafür. Danach ging unser Rundgang, natürlich auf Spanisch, auch schon los. Wir starteten mit ein paar Informationen über das Teleskop. Wie funktioniert es, wie ist es aufgebaut und was kann man damit sehen – all diese Fragen wurden uns beantwortet und zugleich am Objekt vorgeführt. Weiter ging es mit einer Einführung in die Forschung der Astronomie und deren Ergebnisse. Die neusten Forschungsergebnisse ermöglichen den Wissenschaftlern mehr darüber zu verstehen, wie sich das Universum über 14 Milliarden Jahre entwickelt hat. Nach 2 Stunden Aufenthalt ging es wieder zurück zur Schule nach La Serena. Dort wurden wir von unseren Gastfamilien schon erwartet. Wir fuhren nach Hause, doch da war nicht groß Zeit zum Ausruhen, denn dort stand bereits das Mittagessen auf dem Tisch. Den restlichen Tag verbrachten wir alle individuell mit unseren Familien. (Tina)

 

Freitag, 29.09.2017 – Schon im Alltag angekommen?

Kaum zu glauben, dass heute schon der zweite Tag in La Serena ist. Wie schnell die Zeit vergeht, haben wir nicht gerade eben noch vor der Schule auf unseren Bus gewartet? Aber eins ist klar: Bei der Herzlichkeit, mit der wir in unseren Gastfamilien und der Schule aufgenommen wurden, kann man sich nur wohlfühlen. Auch wenn man sich am anderen Ende der Welt in mitten von fremden Menschen befindet. Es ist, als ob man zur Familie gehört, weil man so fürsorglich behandelt wird und in den Alltag eingebunden wird. Heute haben wir den ganzen Tag mit unseren Gastschülern in der Schule verbracht, da Frau Liebetrau und Herr Schütze letzte organisatorische Dinge regelten, damit wir am Montag endlich in unsere Projekte starten können. Nach der Schule hatten wir dann Zeit, um etwas mit unseren Gastfamilien zu machen. Viele sind ins Zentrum oder an den Strand gegangen. Mein Gastvater hat uns nach der Schule abgeholt und dann haben wir zuhause zusammen gegessen. Am Abend bin ich mit meiner Gastschwester und meinem Gastbruder ins Zentrum gelaufen, weil mein Bruder einen Arzttermin hatte. Meine Gastschwester und ich waren in der Mall ein Eis essen und dann sind wir mit dem Taxi nach Hause gefahren. Heute geht’s nicht so spät ins Bett, immerhin steht morgen der Ausflug in das Observatorium in Tololo an! (Marie B.)

 

Donnerstag, 28.09.2017 – Der erste Tag in Chile

Das erste Mal Aufwachen in Chile – etwas besonderes für alle von uns. Viel geschlafen hat zwar sicherlich keiner nach der späten Ankunft am gestrigen Abend, dennoch startete der erste Schultag wie gewohnt um 8 Uhr. Ein bisschen müde also, aber voll mit neuen Eindrücken – und viel Essen der fürsorglichen Gastfamilien – kamen wir alle an der Deutschen Schule La Serena an. Nach der ersten Unterrichtsstunde bekamen wir dann nicht nur ein eigens für uns vorbereitetes Frühstück, sondern auch noch kleine Geschenke der Schule. Mit so viel Nettigkeit und Gastfreundlichkeit hätte wohl keiner gerechnet. Bei der anschließenden offiziellen Begrüßung vor der ganzen Schulgemeinde spendeten uns alle Schüler einen warmen Applaus und machten uns so deutlich, dass sie uns willkommen heißen. Das freute uns alle natürlich wahnsinnig. Den Unterricht in Chile zu erleben, war sehr interessant. Meldungen gibt es nicht, genauso wenig wie ein Handyverbot. Alle Schüler waren aber unglaublich nett und offen und machten es uns einfach, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Auch wenn unser Spanisch sicherlich zu wünschen übrig ließ. Nach der Mittagspause holten uns dann Frau Liebetrau und Herr Schütze von der Schule ab und wir gingen los in Richtung Stadtzentrum von La Serena. Ein „Colectivo“ (eine Art Taxi) brachte uns dann dorthin. Dort angekommen machten wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt, bestaunten chilenische Marktstände und ließen die vielen Menschen sowie die zum Teil unglaublich schönen Gebäude auf uns wirken. Unser kleiner aber sehr schöner Ausflug endete am frühen Abend und unsere Gastfamilien holten uns ab. (Frida)

 

Mittwoch, 27.09.2017 – Hoy vamos a Chile

Endlich ist es soweit. Der 26. Und 27. September sind unsere großen Anreisetage nach Chile. Wir starteten unsere Reise am Christlichen Gymnasium in Jena und fuhren nach Berlin, um die erste Etappe zu bewältigen. Wir waren alle sehr aufgeregt und gespannt, wie die Flüge verlaufen. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungen, bei denen wir viele Spendengelder durch Caterings, Service bei Festen bis hin zum Kinderschminken, gesammelt haben, wollen wir nun die verschiedenen Einrichtungen unterstützen. Jedoch wollen wir nicht nur in der Finanzierung behilflich sein, sondern auch selbst in den Projekten mitwirken.

Wir haben uns auf eine weite Reise gemacht, um das diesjährige Chileprojekt zu verwirklichen. Zusätzlich möchten wir das Land, die Kultur und das Leben der Chilenen kennenlernen. Durch die Unterbringung in Gastfamilien erhoffen wir uns auch eine Verbesserung unserer Spanischkenntnisse.

Nachdem wir in Santiago de Chile gelandet sind, konnten wir durch unseren Aufenthalt in der Stadt und unseren Flügen schon viele Erlebnisse sammeln. Zum Beispiel sind wir am höchsten Berg Südamerikas, dem Aconcagua direkt vorbeigeflogen. Wenn ich mich nun in dem Bus nach La Serena umschaue, blicke ich in die vielen müden, doch zugleich erwartungsvollen und fröhlichen Gesichter meiner Mitschüler. Momentan befinden wir uns auf den letzten Kilometern zu unserem Reiseziel und freuen uns schon sehr auf unsere Gastfamilien. (Tabea)

 

Dienstag, 26.09.2017 – Der erste Flug ist geschafft – Zeit für ein Dankeschön

Gerade sitzen wir am Gate E22 am Flughafen in Amsterdam und warten auf das Boarding für unsere Maschine nach Santiago de Chile. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Unterstützung durch die KLM und die sehr gute Betreuung der Flugplanung durch das Team des Reiseladen Jena. (Chileprojekt 2017)

 

Montag, 25.09.2017 – Vamos a Chile

Jetzt geht’s endlich los. Wir stehen in den Startlöchern zur Abreise nach Chile am morgigen Dienstag. Nach 2 Jahren intensiver Arbeit können wir die Koffer packen um nach Südamerika zu reisen. Unsere Partner vor Ort vom Colegio Alemán, der Escuela de Huachalalume, dem Hogar Redes und dem Hogar André Jarlan erwarten uns. Wir freuen uns auf eine Zeit voller gemeinsamer Erlebnisse und neuer Erfahrungen. Mit den mitgebrachten Spenden möchten wir wieder viel bewegen. Zur Koordination der Hilfe in Form von sozialer Arbeit und materiellen Anschaffungen wurden in den letzten Monaten bereits viele Absprachen getroffen. Jetzt ist die Zeit der Realisierung gekommen und wir sind bereit – vamos a Chile!

In den nächsten Wochen wird euch jeden Tag ein Schüler über unsere Erlebnisse informieren. Wir laden alle Interessierten ein, uns durch dieses digitale Tagebuch zu begleiten. (Chileprojekt 2017)

 

Samstag, 09.09.2017 – Der Tag war anstrengend aber auch sehr erfolgreich

Nur noch zwei Wochen, dann geht es nach Chile! Um nochmal alles aus dem Projekt rauszuholen und dort so viel wie möglich helfen zu können, haben wir bei Kaufland eine große Spendenaktion durchgeführt. Am Samstag Morgen sind wir um halb 10 in den Supermarkt gekommen, haben Plakate aufgehängt, und im Eingang einen Infostand mit Fotos der letzten Projekte und Plakate aufgebaut. Dann ging es in unseren (knallgelben) extra gestalteten T-Shirts an die Kassen. Dort packten wir für die Kunden von Kaufland die Einkäufe ein, damit diese sich in der, meist hektischen Situation, etwas entspannen können. Dabei erzählten wir ihnen über das Chile-Projekt und unsere Vorhaben vor Ort. (Anfangs waren wir zu fünft, gegen Mittag zu dritt und am Nachmittag/Abend zu neunt.) Die Reaktionen der Kunden waren unterschiedlich. Viele haben sich gerne helfen lassen und waren interessiert an unserem Projekt. Andere haben die Hilfe zwar dankend abgelehnt aber trotzdem großzügig gespendet. Vor allem hat es die meisten Kunden beeindruckt, dass wir nicht allein Spenden sammeln, sondern als Klasse nach Chile reisen und vor Ort helfen! Negative Kritik gab es nur wenig. Die meisten Unterhaltungen waren interessant und jede hat neue Erfahrungen gebracht. Es gab einige Kunden, mit denen wir uns nur auf Englisch verständigen konnten. Einzelne kamen sogar aus Lateinamerika und haben interessiert unsere spanischen Sprachkenntnisse getestet :=) Insgesamt waren wir alle sehr positiv überrascht, wie gut die Packaktion und das Chile-Projekt bei den Leuten ankamen! Obwohl wir uns sehr über großzügige Spendenbeiträge gefreut haben, waren die schönsten Momente, wenn man jemanden von dem Projekt überzeugen und begeistern konnte. Ein paar Eindrücke der Anderen: „Mir ist aufgefallen, dass besonders die jungen Leute aufgeschlossen und interessiert waren.“„Ich fand es schön zu merken, dass sich die Leute damit beschäftigen, vor allem auch die Kassierer haben sich Gedanken über das Projekt gemacht.“„Ein kleiner Junge kam zu mir an den Stand und hat mich gefragt, was wir machen würden. Er war mit zwei Schwestern (unser Alter oder älter) da. Ich habe ihm vom Projekt erzählt und auf der Karte gezeigt wo Chile liegt. Die Schwestern standen weiter entfernt und sahen nicht begeistert aus. Der Junge sagte, ja das ist eine gute Sache! Letztlich hat ER seine älteren Schwestern zur Spende überredet. Das hat mich beeindruckt.“ Danke an alle die bei der Aktion und den Vorbereitungen geholfen haben und an Sarah und Moritz die den ganzen Tag (10 Stunden) mit da waren! Danke auch an Kaufland, welches uns diese Aktion ermöglicht hat und an die freundlichen Mitarbeiter/innen an den Kassen für Ihre Unterstützung! (Jana)

 

Freitag, 25.08.2017 – Wir helfen den Kindern vom Hogar André Jarlan

Seit einem halben Jahr stehen wir in enger Verbindung mit den ehrenamtlichen Helfern des Hogar André Jarlan, einem kleinen Heim für behinderte Kinder. Die Situation der Kinder und Jugendlichen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung ist besonders schwer in Chile, denn es gibt kein gesichertes Unterstützungssystem. Die Kinder, die eine Zuflucht im Hogar André Jarlan gefunden haben, stammen aus prekären und marginalisierten Familienverhältnissen. Die Familien können oftmals die Versorgung nicht gewährleisten, teilweise lehnen sie diese auch ab aufgrund der in der Gesellschaft herrschenden Vorurteile. Das Heim gibt derzeit 15 Kindern ein neues Zuhause und Ehrenamtler wie die Bibliothekarin des Colegio Alemán in La Serena, „La Frau Barbara“,  versuchen den Alltag der Kinder durch gemeinsames Spielen und Musizieren aufzumuntern. Doch trotz der helfenden Hände fehlt es materiell häufig am Elementarsten. So erreichte uns mitten im deutschen Sommer ein Hilferuf. Die Kinder frieren in den kalten Winternächten. Denn auch wenn die Temperaturen am Mittag im chilenischen Winter in La Serena auf über 20 Grad steigen können, liegen die Temperaturen in der Nacht häufig um die Null Grad. Hinzu kommen kalte, feuchte Winde vom Pazifik und aus den Anden. In den nicht isolierten und heizungslosen Räumen fallen dann die Temperaturen. Wir handelten sofort und kauften Winterdecken, die nicht nur Wärme bieten sondern sich auch waschen lassen. Da wir derzeit noch nicht vor Ort sind, überbrachte Barbara die Decken. (Chileprojekt 2017)

 

Sonntag, 06.08.2017 – Drei Tage kulinarische Verwöhnung

Die Gudrun Frey Stiftung beauftragte auch in diesem Jahr wieder das Chileprojekt mit der Verköstigung ihrer Teilnehmer des Sommerseminares. Unter der Leitung von Rosa Maria Haschke und ihrem Team absolvierten an diesem Wochenende Abiturienten aus ganz Deutschland ein Vorbereitungstraining für ihr Auslandsjahr im Rahmen des Stiftungsprogramms „Junior German Assistant“. Als Teaching und Boarding Assistant werden die Teilnehmer im kommenden Jahr Erfahrungen an einer Internatsschule in England, Irland oder Thailand sammeln. Das Chileprojekt 2017 sorgte während der dreitägigen Veranstaltung für eine kulinarische Rundum-Verwöhnung. Besonders beliebt waren neben den vielfältigen Frühstücks- und Abendbuffets besonders die Thüringer Bratwürste am Samstagmittag. Dem Duft der Thüringer Spezialität konnte sich kaum ein Gast entziehen und so landeten sie frisch vom Holzkohlegrill auf den Tellern. Aber auch für Vegetarier war durch das reichhaltige Salatangebot und Köstlichkeiten vom Grill gesorgt. Am heutigen Sonntag wurden die rückkehrenden Absolventen von den künftigen Assistenten feierlich begrüßt und beim Sektempfang und Fingerfood-Buffet wertvolle Tipps weitergegeben. (Chileprojekt 2017)

 

Freitag, 28.10.2016 – Hura, wie sind Gewinner

Unzählige Erfahrungen haben die Jugendlichen seit 2005 in unserem Projekt gesammelt. Diese Eindrücke und Erlebnisse prägen auch ihre Wege nach der Schulzeit am Christlichen Gymnasium Jena. Die Jury des Barbara-Schadeberg-Preises wertschätzte die Konzeption und Durchführung unseres Projektes mit dem 3. Platz des diesjährigen Wettbewerbes. Unter dem Leitgedanken „Evangelische Schulen in der einen Welt: Protestantisch Leben und Lernen im Horizont der Globalisierung“ wurden Projekte gesucht, die Schüler/-innen zu lokalem Handeln unter globaler Sicht befähigt. In feierlicher Atmosphäre wurde uns gestern in Bamberg die Anerkennung in Höhe von 2000€ überreicht. Constanze Eidner, Tanja Persch, Mandy Liebetrau, Martin Schütze und Susanne Raab durften den Preis von Barbara Lambrecht-Schadeberg in Empfang nehmen und zünftig feiern. (Susanne Raab – Schulleiterin CGJ)

 

Montag, 12.09.2016 – 200. Geburtstag von Carl Zeiss

Gestern am 11. September haben wir auf dem Carl-Zeiss-Tag gearbeitet und geholfen. Die Aufgaben reichten vom Zählen der Gäste über das Verteilen von Flyern, die Betreuung des Kinderwagenparkplatzes, bis zum Austeilen von Geburtstags-Muffins. Ich war eingeteilt, die Besucher zu zählen, die auf den Marktplatz gingen. Ich setzte mich vor das Rathaus und machte insgesamt 2297 Striche auf meiner Liste. Es war ein schöner Tag, an dem ich viel Spaß hatte. (Marie B.) Mein Tag begann um 9 Uhr im Rathaus zur Sicherheitseinweisung. Im Anschluss erhielten wir Rucksäcke mit den Programmheften, die wir verteilen sollten. Ich habe 2 Stunden die Hefte ausgegeben und danach weitere 2 Stunden die Besucher im Faulloch gezählt. Der Tag war sehr schön, aber auch anstrengend. Insgesamt kamen über 50.000 Besucher zum 200. Geburtstag von Carl Zeiss. (Tina) Wir waren für die Verteilung der Geburtstags-Muffins zuständig. Es gab davon 5000 Stück, die in einer Stunde ausgegeben wurden. Wir fanden dies eine tolle Idee und die Gäste haben sich sehr darüber gefreut. Wir danken der Firma Zeiss für die Unterstützung unseres Projektes und die interessanten Erfahrungen an diesem Sommertag. (Lara &Sophia)

 

Montag, 20.06.2016 – Schakespeare im Grünen

Am gestrigen Sonntagabend amüsierten sich 150 Gäste im Botanischen Garten inmitten exotischen Grüns über Shakespeares „Was ihr wollt“. Die Verwechslungskomödie, inszeniert von den neunten Klassen des Christlichen Gymnasiums unter der Regie von Maren Hädrich, begeisterte die Zuschauer und bot ein kurzweiliges Vergnügen. Die Einnahmen und Spenden des Abends kommen komplett unserem Chileprojekt 2017 zugute, für das sich auch viele der Darsteller engagieren. (Chileprojekt 2017)

 

Mai 2016 – Inspiriert von unseren Vorgängern – Jetzt sind wir dran!

Nach dem erfolgreichen Projekt 2015 und dem intensiven Austausch mit den Chilereisenden war es der neuen 9a schnell klar – wir wollen auch nach Südamerika, wollen Abenteuer erleben, fremde Kulturen entdecken, chilenische Freunde gewinnen und wir wollen helfen.
Der offizielle Startschuss für das Chileprojekt 2017 fiel im Winter 2015/16 und seitdem geben wir alle vollen Einsatz für das gemeinsame Ziel. Zahlreiche Caterings, Minijobs und Theateraufführungen haben wir bereits in unserer Freizeit bestritten. Unterstützt durch das Organisationsteam um Frau Liebetrau, unsere Klassen- und Spanischlehrerin und Martin Schütze sowie der Mithilfe unserer Eltern sind wir fleißig in Jena und Umgebung unterwegs um unsere Austauschreise und die Hilfe für die Sozialprojekte finanzieren zu können. Es ist viel Arbeit, aber wir sind fest davon überzeugt, dass es sich lohnt. Und wenn es einmal stressig wird, lesen wir im digitalen Tagebuch des Projektes 2015 und träumen uns beim Blick auf die Fotos schon einmal nach Chile. (Chileprojekt 2017)